Leitfaden zur Projektdurchführung -1- Allgemeines
Wofür sich Crowdfunding eignet, wer ein Projekt starten kann und was du vorher beisammen haben solltest. Der Einstieg in die siebenteilige Reihe.
Dies ist der erste von sieben Teilen. Er beantwortet die Fragen, die vor allen anderen kommen: Wofür eignet sich Crowdfunding überhaupt, wer darf ein Projekt starten, was brauchst du vorher, und was macht commonsplace dabei und was nicht.
Wofür eignet sich ein Crowdfunding-Projekt?
Crowdfunding funktioniert dann, wenn drei Dinge zusammenkommen: ein Vorhaben, das man in einem Satz erklären kann, eine Summe, die zu deinem Kreis passt, und ein Grund, warum es jetzt sein muss.
Gut geeignet sind Vorhaben mit einem klaren Ende: der Teppich für die Moschee, die Bestattung eines Bruders, ein Brunnen, die Ausstattung eines Bildungsraums, ein Buch, das gedruckt werden soll. Schwer wird es bei laufenden Kosten ohne Ende, etwa der Miete für ein Jahr, weil der Community der Abschluss fehlt, auf den sie hinarbeitet.
Wer kann ein Projekt starten?
Vereine, Moscheegemeinden, Initiativen und Privatpersonen. Du brauchst weder einen eingetragenen Verein noch ein Geschäftskonto, um zu beginnen. Was du brauchst, ist eine Person, die verantwortet: die auf Rückfragen antwortet, Zwischenstände schreibt und am Ende Rechenschaft ablegt.
Bei sensiblen Anlässen, etwa einer Bestattung oder einer Notlage, sollte das nicht die Person sein, die unmittelbar betroffen ist. Wer gerade einen Menschen verloren hat, kann nicht nebenbei Nachfragen beantworten.
Was du vorher beisammen haben solltest
Bevor du das Formular öffnest, klär vier Dinge. Sie kosten dich einen Nachmittag und ersparen dir später Wochen.
- Die Summe. Nicht geschätzt, sondern gerechnet, mit Kostenvoranschlag oder Preisliste. Wie du sie berechnest, steht in Teil 2 zum Fundingziel.
- Deine Reichweite. Wie viele Menschen erreichst du wirklich, nicht auf dem Papier, sondern so, dass sie klicken. Das ist die Zahl, an der das Fundingziel hängt.
- Zwei bis drei Bilder. Echte, keine Symbolbilder aus dem Netz. Wie sie aussehen sollten, steht in Teil 4 zu den Medien.
- Die Zustimmung aller Beteiligten. Name, Foto, Krankheitsgeschichte: nichts davon gehört ohne ausdrückliche Erlaubnis ins Internet.
Wie lange dauert es, bis dein Projekt online ist?
commonsplace braucht ein bis drei Werktage, um ein Projekt freizuschalten, und spricht bei Bedarf vorher mit dir. Rechne das ein, gerade wenn dein Anlass an einem Datum hängt, etwa dem Ramadan oder einer Frist bei einer Behörde.
Was commonsplace macht und was nicht
Wir stellen die Seite bereit, auf der dein Vorhaben mit Ziel, Frist und Verwendungszweck öffentlich wird, wickeln die Zahlungen ab und zeigen jeden Eingang an. Was wir nicht tun: für dich werben. Es geht nicht darum, wie viele Menschen commonsplace erreicht, sondern wie viele du erreichst. Die Plattform ist der Ort, an dem deine Community zahlen kann, nicht die Community selbst.
Deshalb ist die ehrlichste Vorbereitung diese: Schreib dir auf, wie viele Menschen du persönlich anschreiben kannst, und rechne mit einer mittleren Spende von etwa 20 Euro. Was dabei herauskommt, ist die Größenordnung, in der dein Projekt spielt.
Die sieben Teile im Überblick
- Allgemeines, dieser Teil
- Das Fundingziel, wie hoch, wie lange, wann starten
- Die Projekttexte
- Die Medien, Bilder und Video
- Die Gegenleistungen
- Erfolgreicher Abschluss
- Wenn das Ziel nicht erreicht wird
Häufige Fragen
Brauche ich einen eingetragenen Verein? Nein. Auch Privatpersonen und lose Initiativen können ein Projekt starten.
Wie hoch sollte mein erstes Ziel sein? Lieber zu klein als zu groß. Ein erreichtes Ziel von 500 Euro trägt dich weiter als ein verfehltes von 5.000, weil du danach eine Community hast, die weiß, dass bei dir etwas ankommt.
Wie lange sollte mein Projekt laufen? Dreißig bis vierzig Tage. Kürzer lässt keine Zeit, länger verliert an Dynamik. Mehr dazu in Teil 2.
M. Samy Adamou
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Für diesen Teil wurden die Projektdaten der Plattform ausgewertet, um die Gründe für verfehlte Ziele mit Zahlen statt mit Vermutungen zu benennen.
Fachlich geprüft
Die Belege stehen am Ende des Artikels. Religionsrechtliche Aussagen gleichen wir vor der Veröffentlichung gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute ab.