Rida: die Zufriedenheit
Zufrieden mit dem, was bestimmt ist. Eine Stufe über der Geduld.
Rida bezeichnet die Zufriedenheit: mit dem einverstanden zu sein, was Allah bestimmt hat. Klassisch wird sie als Stufe über der Geduld beschrieben — nicht nur aushalten, sondern annehmen.
Woher das Wort kommt
Rida kommt von radiya, zufrieden sein. Dieselbe Wurzel steht in der Formel radiyallahu anhu, Allah möge mit ihm zufrieden sein, die den Gefährten nachgestellt wird.
Im Alltag
Der Quran nennt die Zufriedenheit gegenseitig: Allah ist mit ihnen zufrieden, und sie sind mit Ihm zufrieden. Beides steht nebeneinander, und die Gelehrten lesen es als Zusammenhang.
Überliefert ist als Bedingung für die Süße des Glaubens: Wer mit Allah als Herrn, mit dem Islam als Religion und mit Muhammad als Gesandtem zufrieden ist, hat den Geschmack des Glaubens gefunden. Zufriedenheit ist damit nicht Resignation, sondern eine bewusste Zustimmung.
Wichtig ist die Abgrenzung. Rida bezieht sich auf das, was geschehen ist und nicht zu ändern war — nicht auf Unrecht, das man abstellen könnte. Sich mit einer Krankheit zufriedenzugeben heißt nicht, den Arzt zu meiden. Sich mit Armut abzufinden heißt nicht, auf sein Recht zu verzichten. Die Zufriedenheit betrifft die Bestimmung, nicht die Untätigkeit.
Praktisch zeigt sie sich in einer Frage: Hört man nach einer Enttäuschung irgendwann auf, sie durchzurechnen? Wer das kann, ohne die Sache zu verdrängen, hat etwas von dem, was der Begriff meint.
Nicht zu verwechseln mit
Gleichgültigkeit. Die Zufriedenheit schließt Trauer nicht aus; der Prophet weinte am Sterbebett seines Sohnes und sagte zugleich, sie sprächen nur, was den Herrn zufriedenstelle.
Häufige Fragen
Ist Rida Pflicht? Die Gelehrten sind uneins: Ein Teil sieht sie als Pflicht, ein Teil als empfohlene Stufe über der Geduld.
Darf man traurig sein? Ja. Untersagt ist das Auflehnen, nicht das Empfinden.
Wie unterscheidet sie sich von Tawakkul? Tawakkul betrifft die Zeit vor dem Ergebnis, Rida die Zeit danach.
Quellen
- „Allah ist mit ihnen zufrieden, und sie sind mit Ihm zufrieden": Quran, Sure 98, Vers 8.
- Der Geschmack des Glaubens, überliefert von al-Abbas ibn Abd al-Muttalib: Sahih Muslim 34.
- Zur Vertiefung: Divine Decree, Yaqeen Institute.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.
Fachlich geprüft
Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.