Gebete nachholen: das Qada-Gebet
Was mit einem verpassten Pflichtgebet geschieht und wie man es nachholt.
Ein versäumtes Pflichtgebet wird nachgeholt, sobald man daran denkt. Das heißt Qada. Es wird genauso verrichtet wie das ursprüngliche Gebet, nur eben später.
Woher das Wort kommt
Qada kommt von der Wurzel q-d-y, erledigen oder abschließen. Gemeint ist die nachträgliche Erfüllung einer Pflicht. Das Gegenstück heißt Ada, die Erfüllung zur vorgesehenen Zeit.
Im Alltag
Die Grundlage ist ein kurzer Satz:
Wer ein Gebet vergisst, soll es beten, sobald er sich daran erinnert. Eine andere Wiedergutmachung gibt es nicht.
Sahih al-Bukhari 597
Praktisch heißt das:
- Man betet die gleiche Zahl an Rakat wie ursprünglich vorgesehen.
- Nachgeholt wird in der Reihenfolge, in der die Gebete versäumt wurden, wenn es nur wenige sind.
- Die Absicht lautet auf das bestimmte Gebet, also etwa auf das Nachmittagsgebet eines bestimmten Tages.
Wer über Jahre nicht gebetet hat, steht vor einer großen Zahl. Der übliche Rat ist, ein zusätzliches Gebet zu jedem laufenden zu legen und das durchzuhalten, statt sich eine Menge vorzunehmen, die niemand schafft. Manche Gelehrte lassen bei sehr großen Zahlen die Reihenfolge fallen, damit die Sache überhaupt beginnen kann.
Nicht zu verwechseln mit
Dem Nachholen von Fastentagen. Beim Fasten gibt es unter bestimmten Bedingungen eine Ersatzleistung. Beim Gebet gibt es sie nicht, es wird verrichtet.
Häufige Fragen
Muss man laut oder leise beten? So wie das ursprüngliche Gebet. Ein nachgeholtes Abendgebet bleibt in den ersten beiden Abschnitten laut.
Zählt ein verschlafenes Gebet als Sünde? Wer verschläft oder vergisst, holt nach. Wer bewusst auslässt, holt ebenfalls nach und bereut zusätzlich.
Kann man mehrere auf einmal nachholen? Ja. Viele legen sie an einen ruhigen Zeitpunkt am Tag.
Quellen
- Wer ein Gebet vergisst, bete es, sobald er sich erinnert, überliefert von Anas: Sahih al-Bukhari 597.
Verwandte Begriffe: Rakat, Gebetszeiten, Fard.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.