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Sutra: die Marke vor dem Betenden

Der Gegenstand vor dem Betenden und wozu er gut ist.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Eine Sutra ist ein Gegenstand, den man vor sich stellt, bevor man allein betet: eine Wand, eine Stuhllehne, eine Tasche. Sie markiert den eigenen Bereich, damit niemand unmittelbar davor durchgeht.

Woher das Wort kommt

Sutra kommt von der Wurzel s-t-r, bedecken oder abschirmen. Dieselbe Wurzel steckt im Wort für das Verhüllen und im Namen des Verhüllenden als Eigenschaft Gottes.

Im Alltag

Der überlieferte Maßstab ist alltagstauglich:

Wenn einer von euch etwas vor sich stellt wie den hinteren Sattelbogen, dann bete er, ohne sich darum zu kümmern, wer jenseits davon vorbeigeht.

Sahih Muslim 499

Der hintere Sattelbogen eines Kamels ist etwa eine Handspanne hoch. Es geht also nicht um eine Mauer, sondern um eine erkennbare Marke. Im Gemeinschaftsgebet genügt die Sutra des Imams für die ganze Gemeinde, die Reihen dahinter brauchen keine eigene.

Praktisch heißt das im deutschen Alltag: mit dem Gesicht zur Wand beten, eine Stuhllehne, den Rucksack oder eine Säule nutzen. Wo gar nichts vorhanden ist, betet man trotzdem.

Nicht zu verwechseln mit

Einer Absperrung gegen andere Menschen. Die Sutra ist eine Markierung für den Blick und die Sammlung, kein Verbotsschild.

Häufige Fragen

Was, wenn jemand doch vorbeigeht? Man betet weiter. Das Gebet bleibt gültig.

Wie nah soll die Sutra stehen? Nah genug, dass zwischen ihr und dem Betenden nur wenig Platz bleibt, ungefähr die Länge einer Niederwerfung.

Reicht ein Gebetsteppich als Sutra? Nein, er liegt flach. Es braucht etwas Aufragendes.

Quellen

  • Der Maßstab des Sattelbogens, überliefert von Musa ibn Talha nach seinem Vater: Sahih Muslim 499.

Verwandte Begriffe: Qibla, Gebetsteppich, Saff.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

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Geboren als Leopold Weiss in Lemberg. Journalist, Diplomat, Quranübersetzer.

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