Aqiqah: das Opfer nach der Geburt
Ein Opfer am siebten Tag nach der Geburt, verbunden mit Namensgebung und Verteilen des Fleisches.
Die Aqiqah ist das Opfer, das nach der Geburt eines Kindes dargebracht wird, üblicherweise am siebten Tag. An diesem Tag wird das Kind auch benannt und ihm werden die Haare geschoren. Das Fleisch wird verteilt.
Woher das Wort kommt
Aqiqah bezeichnete ursprünglich das Haar des Neugeborenen und ging auf das damit verbundene Opfer über. Die Wurzel bedeutet spalten oder durchtrennen.
Im Alltag
Überliefert ist, dass für einen Jungen zwei Tiere und für ein Mädchen eines dargebracht werden. Ein Teil der Gelehrten sieht darin keine Rangordnung, sondern eine Empfehlung, die auch mit einem Tier je Kind erfüllt werden kann, wenn die Mittel nicht reichen.
Wie bei der Qurbani stellt sich in Deutschland die praktische Frage. Geschlachtet werden darf nur in zugelassenen Betrieben. Deshalb geben viele Familien den Auftrag an einen Metzger oder lassen die Aqiqah über eine Organisation im Ausland durchführen, wo das Fleisch direkt an Bedürftige geht.
Empfohlen ist außerdem, den Gegenwert der geschorenen Haare in Silber zu spenden, und einen schönen Namen zu wählen.
Nicht zu verwechseln mit
Der Qurbani zum Opferfest. Die Aqiqah gilt einem Kind und ist an keinen Kalendertag gebunden, die Qurbani gilt dem Fest.
Häufige Fragen
Ist die Aqiqah Pflicht? Die Mehrheit sieht sie als bestätigte Sunna, ein Teil als verbindlich für den, der es kann. Wer es nicht kann, versäumt nichts.
Was, wenn der siebte Tag verstreicht? Sie kann später nachgeholt werden, auch deutlich später. Der siebte Tag ist die Empfehlung, keine Frist.
Wer bezahlt sie? Üblicherweise der Vater oder wer sonst für das Kind sorgt. Eine Vorschrift dazu gibt es nicht.
Quellen
- Das Opfer am siebten Tag, Namensgebung und Scheren der Haare, überliefert von Samura ibn Dschundub: Sunan Abi Dawud 2837.
- Zur Vertiefung: Family and Community, Yaqeen Institute.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.