Istindscha: die Reinigung nach dem Toilettengang
Warum Wasser statt Papier, und wie das unterwegs funktioniert.
Istindscha ist die Reinigung nach dem Toilettengang, üblicherweise mit Wasser. Sie geht der Gebetswaschung voraus, denn ohne körperliche Reinheit ist das Gebet nicht gültig.
Woher das Wort kommt
Istindscha kommt von einer Wurzel mit der Bedeutung entfernen oder sich lösen von etwas. Gemeint ist das Beseitigen dessen, was zurückbleibt.
Im Alltag
Wasser ist der Regelfall. Wo kein Wasser ist, reinigen feste, saubere Gegenstände. Überliefert ist ausdrücklich, welche dafür nicht taugen:
Bring mir Steine zur Reinigung, aber bring mir keinen Knochen und keinen getrockneten Dung.
Sahih al-Bukhari 155
Daraus ergibt sich die heutige Praxis: Papier reinigt vor, Wasser reinigt nach. In Ländern mit muslimischer Mehrheit steht dafür ein Schlauch oder eine Kanne neben der Toilette. In Deutschland behelfen sich viele mit einer kleinen Flasche in der Tasche, mit einem Aufsatz am WC oder mit feuchten Tüchern und anschließendem Wasser.
Genutzt wird traditionell die linke Hand, weil die rechte für Essen und Begrüßung vorgesehen ist.
Nicht zu verwechseln mit
Der Gebetswaschung. Istindscha beseitigt Unreinheit am Körper. Das Wudu ist die rituelle Waschung, die danach kommt.
Häufige Fragen
Reicht Toilettenpapier allein? Nach überwiegender Auffassung genügt es, wenn es gründlich reinigt. Wasser gilt als der bessere Weg, und viele halten daran fest.
Was macht man auf einer Reise? Eine kleine Flasche mitführen. Das ist die übliche Lösung.
Muss man nach jedem Toilettengang das Wudu erneuern? Ja, der Toilettengang hebt die Gebetswaschung auf.
Quellen
- Steine ja, Knochen und Dung nein, überliefert von Abu Huraira: Sahih al-Bukhari 155.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.