Kafn: das Leichentuch
Das Kafn ist das schlichte weiße Tuch, in das ein Verstorbener gehüllt wird. Kein Sarg, kein Schmuck, kein Unterschied zwischen Arm und Reich.
Das Kafn ist das schlichte weiße Tuch, in das ein Verstorbener nach der Waschung gehüllt wird. Es ist bei allen gleich, unabhängig davon, was jemand im Leben besaß.
Woher das Wort kommt
Kafn bedeutet einhüllen. Überliefert ist, dass der Prophet selbst in drei weiße Tücher gehüllt wurde, ohne Hemd und ohne Turban.
Im Alltag
In Deutschland kollidiert das mit der Sargpflicht, die in den meisten Bundesländern gilt. Einige Länder lassen die Beisetzung im Tuch inzwischen zu, andere verlangen weiterhin einen Sarg. Was das für die Kosten bedeutet, steht in unserem Beitrag Islamische Bestattung bezahlen.
Nicht zu verwechseln mit
Dem Sarg. Das Kafn ersetzt ihn, es ist keine Beigabe.
Häufige Fragen
Wie viele Tücher sind es? Für Männer werden meist drei genannt, für Frauen fünf. Die Zahl wird von den Rechtsschulen unterschiedlich bestimmt.
Darf das Tuch teuer sein? Sauber und schlicht ist der Maßstab. Aufwand widerspricht dem Sinn.
Was gilt bei der Sargpflicht in Deutschland? Wo ein Sarg vorgeschrieben ist, wird der Verstorbene im Kafn in den Sarg gelegt. Ob eine Ausnahme möglich ist, hängt vom Bundesland und von der Gemeinde ab.
Quellen
- Die drei weißen Tücher sind bei Buchari und Muslim überliefert, im Bericht von Aischa.
- Die Sargpflicht steht in den Bestattungsgesetzen der Länder und ist von Land zu Land verschieden.
Die religionsrechtlichen Aussagen sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.
Was das mit commonsplace zu tun hat
Bestattungen sind bei uns der häufigste Anlass für kurzfristige Sammlungen, weil das Geld innerhalb von zwei bis drei Tagen da sein muss.
Verwandte Begriffe: Ghusl der Verstorbenen, Janaza.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Einträge im Glossar entstehen aus Quellenarbeit, religiöse Aussagen werden vor der Veröffentlichung gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen.