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Mawlid: der Geburtstag des Propheten

Das Gedenken an die Geburt des Propheten. In der Sache seit Jahrhunderten unter Gelehrten umstritten.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Mawlid bezeichnet das Gedenken an die Geburt des Propheten Muhammad, meist begangen am zwölften Tag des Monats Rabi al-Awwal. Ob und wie er begangen werden soll, ist unter Gelehrten seit Jahrhunderten umstritten, und beide Seiten haben Argumente.

Woher das Wort kommt

Mawlid kommt von walada, gebären, und bezeichnet Ort und Zeit einer Geburt. Im Türkischen heißt der Anlass Mevlid Kandili, im Deutschen sagt man auch Prophetengeburtstag.

Im Alltag

Wo er begangen wird, geschieht das mit Lesungen aus der Prophetenbiografie, Salawat, Vorträgen und gemeinsamem Essen. In der Türkei, in Bosnien, in Nordafrika und in weiten Teilen Südasiens ist er fest verankert, und viele deutsche Gemeinden mit diesen Wurzeln laden dazu ein.

Die Auseinandersetzung in Kürze. Wer ihn ablehnt, verweist darauf, dass weder der Prophet noch seine Gefährten den Tag begingen und dass eine feste religiöse Feier ohne Grundlage eine Neuerung sei. Wer ihn befürwortet, sieht darin keine gottesdienstliche Vorschrift, sondern eine erlaubte Form der Erinnerung und der Liebe, vergleichbar einem Vortrag, und verweist darauf, dass der Prophet montags fastete und dies mit seinem Geburtstag begründete.

Beide Positionen sind unter anerkannten Gelehrten vertreten. Wir stellen sie nebeneinander, statt eine davon als „die" Antwort auszugeben.

Nicht zu verwechseln mit

Den beiden Festen. Eid al-Fitr und Eid al-Adha sind unstrittig und überliefert. Der Mawlid ist es nicht.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es den Mawlid? Als öffentliche Feier ist er ab dem sechsten islamischen Jahrhundert breit belegt, mit früheren Vorläufern. Aus der Zeit des Propheten und seiner Gefährten ist er nicht überliefert.

Ist die Teilnahme problematisch? Wer der ablehnenden Auffassung folgt, nimmt nicht teil. Wer der anderen folgt, tut es. Eine Trennlinie zwischen Muslimen sollte daraus nicht werden.

Steht das Datum fest? Der zwölfte Rabi al-Awwal ist am verbreitetsten, aber schon das Geburtsdatum selbst wird in den Quellen unterschiedlich angegeben.

Quellen

  • Das Fasten am Montag mit Verweis auf den eigenen Geburtstag, überliefert von Abu Qatada: Sahih Muslim 1162a.

Verwandte Begriffe: Salawat, Die Kandil-Nächte, Islamischer Kalender.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Fachlich geprüft

Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.

Weitere Begriffe

Ganzes Glossar →
Haid und Nifas
Während der Periode entfällt das Gebet und wird nicht nachgeholt. Das Fasten dagegen schon.
Janaba
Der Zustand, in dem nur die vollständige Waschung hilft. Der Wudu reicht dann nicht.
I’tikaf
Der Rückzug in die Moschee, meist in den letzten zehn Ramadannächten. Schlafen, beten, lesen, sonst nichts.

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