Muslimische Veranstaltungen in Deutschland: Tickets verkaufen und Events organisieren
Seit November 2023 die erste deutsch-muslimische Eventseite: 5.495 Tickets, 50 Veranstaltungen, 23 Städte. Und wie ihr eure eigene mit QR-Code online stellt.
Muslimische Veranstaltungen in Deutschland werden von Ehrenamtlichen getragen. Ein Benefiz-Iftar im Gemeindesaal, eine Jugendkonferenz, eine Lesung, ein Kindercamp: Das Programm steht meistens schnell. Schwierig wird es an zwei Stellen, die mit dem Programm nichts zu tun haben. Erstens muss Geld auf dem Konto sein, bevor die Halle bezahlt werden muss. Zweitens muss am Abend jemand an der Tür wissen, wer gebucht hat und wer nicht.
Beides ist gelöst, ohne Vertrag, ohne Vorgespräch, ohne Mindestumsatz. Ihr legt eure Veranstaltung selbst an, stellt eure Tickets ein und schickt den Link in eure Gruppen. Dieser Text zeigt, welche Veranstaltungen die muslimische Community in Deutschland wirklich füllen, was 50 davon an Gästen gebracht haben, und wie ihr euren Ticketverkauf online stellt.
Kommt dir das bekannt vor?
- Wer hat eigentlich bezahlt, und wer sagt das nur?
- Wie viele kommen wirklich, bevor das Catering bestellt wird?
- Reicht das Geld für Halle, Technik und Essen?
- Wer steht am Abend an der Tür, und mit welcher Liste?
- Und wo sammeln wir nebenbei für das Projekt, um das es eigentlich geht?
Fünf Fragen, fünf Zettel, fünf Gruppenchats. Es geht auch anders.
Das Wichtigste in Kürze
- Ticketverkauf und Spendensammlung laufen auf einer einzigen Seite.
- Jeder Gast bekommt sein Ticket per E-Mail, mit eigenem QR-Code für den Einlass.
- Anlegen kann das jede und jeder, Verein wie Privatperson, ohne Vertrag und ohne Vorgespräch.
- Ihr müsst nichts vorstrecken und nichts überweisen, die Gebühr wird automatisch von der eingegangenen Summe abgezogen.
- Bei 50 ausgewerteten Veranstaltungen wurden so 5.495 Tickets in 23 Städten gebucht.
Wer es nur kurz braucht, findet alles auf einer Seite: Events auf commonsplace. Wer wissen will, was solche Veranstaltungen tatsächlich einbringen und woran sie scheitern, liest weiter.
Welche muslimischen Veranstaltungen es in Deutschland gibt
Wer nach muslimischen Veranstaltungen sucht, findet selten einen Kalender und fast nie eine zentrale Stelle. Das liegt daran, dass es die eine muslimische Veranstaltungsszene nicht gibt. Es gibt sechs wiederkehrende Formate, die von völlig unterschiedlichen Trägern organisiert werden: von Moscheegemeinden, von Studierendeninitiativen, von eingetragenen Hilfsvereinen, von einzelnen Familien.
Am dichtesten liegt das Feld rund um den Ramadan. Der Benefiz-Iftar bringt in Deutschland die meisten Menschen in einen Saal, fast immer verbunden mit einer Sammlung für ein Hilfsprojekt. Daneben stehen Abendveranstaltungen mit einem geladenen Redner, Konferenzen und Tagungen, Workshops und Kindercamps, Galas und Jahresessen, dazu Lesungen, Filmabende und Poesieabende.
Die folgende Tabelle wertet eine Auswahl von 50 Veranstaltungen aus, die auf der Spendenplattform commonsplace mit Ticketverkauf gelaufen sind.
| Format | Veranstaltungen | Tickets gesamt | Median je Veranstaltung | Median Ticketpreis |
|---|---|---|---|---|
| Vortrag und Abendveranstaltung | 19 | 1.603 | 52 | 16,90 € |
| Iftar und Ramadan | 11 | 1.759 | 188 | 20 € |
| Workshop und Camp | 6 | 264 | 36 | 25 € |
| Gala und Dinner | 5 | 1.256 | 217 | 15 € |
| Kunst, Film und Literatur | 5 | 368 | 50 | 30 € |
| Konferenz und Tagung | 4 | 245 | 43 | 34 € |
Median heißt: die Hälfte der Veranstaltungen lag darüber, die Hälfte darunter. Wir nennen ihn statt des Durchschnitts, weil ein einzelnes großes Dinner mit über 500 Gästen jeden Durchschnitt verschiebt. Der Ticketpreis ist jeweils der höchste Preis, den die Veranstaltung angeboten hat, weil fast jede mehrere Kategorien führt, etwa ermäßigt für Studierende und Kinder.
Was 50 muslimische Veranstaltungen zusammengebracht haben
Zahlen zu einzelnen Veranstaltungen kursieren viele. Was fehlt, ist eine Auswertung, die mehr als drei hübsch ausgesuchte Beispiele zeigt. Hier ist eine Auswahl von 50.

Auffällig ist die Spanne. Die kleinste Veranstaltung verkaufte zwei Tickets, die größte 514, und beide standen auf derselben Plattform mit denselben Mitteln. Ein Business-Abend für angehende Selbstständige spricht zwei Dutzend Menschen an, ein Fastenbrechen mit Spendengala spricht eine ganze Stadt an.
Drei Beobachtungen aus den Daten, die für die eigene Planung nützlich sind:
- Ausverkauft heißt realistisch geplant, nicht groß. Von den 32 Veranstaltungen mit Kontingent waren 14 ausverkauft. Diese 14 hatten im Median 46 Plätze angesetzt und 56 Tickets verkauft. Die 18, die ihr Kontingent nicht füllten, hatten im Median 292 Plätze angesetzt und 141 Tickets verkauft, also deutlich mehr Tickets bei nicht erreichtem Ziel.
- Der Verkauf war kürzer offen, als viele planen. Über alle 50 Veranstaltungen lagen zwischen Start und Ende des Verkaufs im Median 33 Tage, bei den 14 ausverkauften 22 Tage. Woraus sich keine Ursache ableiten lässt: Ein kurzer Verkauf kann ebenso gut die Folge eines kleinen Kontingents sein wie sein Grund.
- Auf eine Bestellung entfallen mehrere Tickets. Im Median sind es 5,7 Tickets je Bestellung, über alle 50 Veranstaltungen gerechnet. Wer eine Sitzordnung plant, plant für Tische, nicht für einzelne Stühle.
Die Gegenüberstellung der beiden Gruppen ist die nützlichste Zahl der ganzen Auswertung, weil sie der Erwartung widerspricht. Ausverkauft waren nicht die großen Veranstaltungen, sondern die, die ihr Kontingent an den Raum angepasst hatten.
| Median je Gruppe | 14 ausverkaufte | 18 nicht ausverkaufte |
|---|---|---|
| Angesetztes Kontingent | 46 Plätze | 292 Plätze |
| Verkaufte Tickets | 56 | 141 |
| Verkauf war offen | 22 Tage | 38 Tage |
| Höchster Ticketpreis | 10 € | 20 € |
Das sind Zusammenhänge, keine Ursachen. Aus diesen Zahlen folgt nicht, dass ein kleineres Kontingent mehr Tickets verkauft. Was folgt: Wer das Kontingent an der Kapazität des Raums ausrichtet statt an der Hoffnung, erreicht sein Ziel häufiger. Und ein Kontingent verhindert, dass mehr Tickets verkauft werden, als der Saal fasst.
Wie wir gerechnet haben
Gezählt wurde je Veranstaltung die Summe der gebuchten Tickets über alle Ticketsorten hinweg, so wie die Plattform sie selbst ausweist. Ein Ticket ist eine gebuchte Position, kein Gast und kein Käufer: Eine Person, die fünf Tickets für ihre Familie bucht, erscheint als fünf Tickets in einer Bestellung. Ausgewertet ist eine Auswahl von 50 abgeschlossenen Veranstaltungen. Als ausverkauft gilt eine Veranstaltung, deren gebuchte Tickets die Summe ihrer Kontingente erreichen. Veranstaltungen ohne Kontingent lassen sich so nicht bewerten und bleiben in dieser Rechnung außen vor, deshalb stehen dort 32 statt 50. Der Verkaufszeitraum ist die Zeit zwischen dem eingetragenen Start und dem Ende des Verkaufs, nicht die Zeit bis zum Veranstaltungstag. Stichtag ist der 17. August 2026.
Die erste deutsch-muslimische Eventseite
Am 6. November 2023 stellte die erste Veranstaltung hier ihre Tickets online: die islamische Jugendkonferenz YouCon in Berlin. 326 Gäste kamen. Für muslimische Veranstalter in Deutschland gab es zu dem Zeitpunkt nichts Vergleichbares, keine Seite, auf der Ticketverkauf, Spendensammlung und muslimisches Publikum an einem Ort lagen. commonsplace war die erste deutsch-muslimische Eventseite und die erste deutsch-muslimische Ticketingseite.
Inzwischen behaupten andere Seiten dasselbe von sich. Wir streiten darüber nicht, und je mehr für diese Community gebaut wird, desto besser. Für die Reihenfolge gibt es trotzdem ein Datum, und das ist der 6. November 2023.
Ihr habt euer Event, und wollt gleichzeitig Gelder sammeln?
Genau dafür ist diese Plattform gebaut, und das ist der Unterschied, den ein reiner Ticketanbieter nicht abbilden kann. Auf commonsplace steht die Veranstaltung auf einer Projektseite. Wer ein Ticket bucht, kann im selben Schritt mehr geben als den Ticketpreis, und wer an dem Abend nicht kann, spendet trotzdem, ohne ein Ticket zu belegen.
Was das ausmacht, steht in den Zahlen. Bei 17 der 50 ausgewerteten Veranstaltungen kam über den reinen Ticketwert hinaus zusätzliches Geld herein. Bei manchen Veranstaltungen war es ein Vielfaches der Tickets: Die islamische Jugendkonferenz YouCon 2023 verkaufte Tickets im Wert von rund 300 € und nahm am Ende über 7.600 € ein. Eine Benefizgala für Menschen in Not kam auf rund 1.000 € aus Tickets und über 6.400 € insgesamt.
Der Abend füllt den Saal und das Projekt dahinter gleich mit. Ein Ticketverkauf woanders bringt euch Gäste. Hier bringt er euch Gäste und die Mittel für das Vorhaben, um das es eigentlich geht.
Der QR-Code: jeder Gast bekommt seinen eigenen
Jede Buchung erzeugt ein Ticket, das per E-Mail an den Gast geht, mit einem eigenen QR-Code darauf. Am Abend wird dieser Code an der Tür geprüft, in zwei Sekunden, und der Gast ist drin. Das ist die ganze Einlasskontrolle.
Wer schon einmal an einer Tür stand, weiß, was das erspart. Namenslisten auf Papier lassen sich nicht schnell durchsuchen. Screenshots einer Überweisung lassen sich beliebig oft weiterschicken. "Ich habe doch bezahlt" ist um zehn nach sechs schwer zu klären, wenn hinter der Person noch vierzig weitere warten. Ein Code je Buchung macht daraus einen ruhigen Einlass, und ihr könnt euch um die Gäste kümmern statt um die Liste.
Eine Bitte dazu: Wenn ihr den Einlass mit QR-Code machen wollt, meldet euch vor eurer Veranstaltung kurz bei uns unter support@commonsplace.de. Dann richten wir das für euren Abend ein und gehen mit euch durch, wie es an der Tür abläuft.
Und wenn ihr schon wisst, was ihr vorhabt: Ihr braucht dafür keine Freigabe und kein Vorgespräch, ihr könnt sofort loslegen.
Der eigentliche Gewinn: eure eigene Gästeliste
Eine Gemeinde, die dreimal im Jahr etwas veranstaltet, sammelt über die Jahre die Buchungen von Menschen, die schon einmal gekommen sind. Beim ersten Mal ist alles Improvisation. Beim dritten Mal wisst ihr, mit wie vielen ihr rechnen könnt, bevor das Catering bestellt wird.
Wer die Veranstaltung angelegt hat, sieht die Buchungen im eigenen Bereich und kann sie als Datei herunterladen. Ein gekauftes Ticket ist allerdings keine Einwilligung in Werbung. Für die Abwicklung der Veranstaltung dürft ihr die Daten nutzen, für den Newsletter zur nächsten braucht es die Zustimmung der Person. Wer das sauber trennt, baut eine Liste auf, die auch in fünf Jahren noch benutzbar ist.
Und es gibt den religiösen Grund. Er liegt im Begriff des ta'awun, der gegenseitigen Unterstützung: "Und helft einander zur Güte und Gottesfurcht, und helft einander nicht zur Sünde und Übertretung" (Sure 5, Ayah 2). Das ist die Beschreibung einer Arbeitsteilung. Jemand stellt den Raum, jemand kocht, jemand kümmert sich um die Kasse, jemand hält den Vortrag.
Dazu kommt der Wert der Versammlung selbst. Der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte: "Kein Volk versammelt sich in einem der Häuser Allahs, rezitiert das Buch Allahs und studiert es untereinander, ohne dass Ruhe auf sie herabkommt, Barmherzigkeit sie umhüllt, die Engel sie umgeben und Allah sie bei denen erwähnt, die bei Ihm sind" (Sahih Muslim, Nr. 2699). Der Hadith spricht vom gemeinsamen Studium des Quran, nicht von jeder Veranstaltung. Er benennt aber, warum das Zusammenkommen im Islam für sich zählt und kein bloßes Mittel zum Zweck ist. Dieselbe Überlegung trägt die Diskussion über die Trägerschaft von Moscheen in Deutschland.
So bringt ihr euer Event online
Wer ein Event organisieren will, kommt irgendwann an den Punkt, an dem aus der Idee eine Seite werden muss, auf der man Tickets kaufen kann. Das legt ihr selbst an, Verein wie Privatperson, in sechs Schritten im Projektformular. Es braucht keine Freischaltung vorab und kein Gespräch im Voraus: ausfüllen, einreichen, das Team schaut drauf und schaltet frei.
Ihr bestimmt dabei jede Ticketsorte selbst, mit eigenem Preis, eigener Beschreibung und eigenem Kontingent, also etwa Kinder, Studierende, Erwachsene und ein Frühbuchertarif nebeneinander. Vorstrecken müsst ihr nichts, die Gebühr wird automatisch von der eingegangenen Summe abgezogen. Was der Bereich im Einzelnen kann, steht kompakt auf einer Seite: Events auf commonsplace.

Die sechs Fragen, die euren Abend retten
Eine Prüfliste hilft nur, wenn sie sagt, wie eine gute Antwort klingt. Deshalb hier beides.
| Frage | Eine gute Antwort | Eine schwache Antwort |
|---|---|---|
| Wie viele Plätze hat der Raum wirklich? | "Der Saal fasst 180, mit Bestuhlung für das Essen 140." | "Genug." |
| Was kostet der Abend, bevor jemand kommt? | "Halle 900 €, Catering 12 € je Person, Technik 350 €." | "Wir schauen, was reinkommt." |
| Ab wann trägt sich der Abend? | "Ab 157 verkauften Tickets zu 20 €." | "Hoffentlich reicht es." |
| Wer steht an der Tür? | "Zwei Personen ab 17:30 Uhr, eine mit Handy zum Scannen." | "Machen wir spontan." |
| Was passiert mit dem Überschuss? | "Geht vollständig an das Projekt X, steht so auf der Seite." | "Sehen wir dann." |
| Wer antwortet auf Rückfragen der Gäste? | "Feste Mailadresse, wird täglich gelesen." | "Über Instagram irgendwie." |
Die dritte Frage ist die wichtigste. Wer den Punkt kennt, ab dem der Abend sich trägt, kann bei schleppendem Verkauf zwei Wochen vorher noch reagieren: den Preis staffeln, ein günstigeres Kontingent nachlegen, das Catering anpassen.
So rechnet ihr diesen Punkt aus
Die Rechnung braucht drei Zeilen und ein Blatt Papier.
- Feste Kosten zusammenzählen. Alles, was anfällt, egal wie viele kommen. Im Beispiel Halle 900 € und Technik 350 €, zusammen 1.250 €.
- Kosten je Gast abziehen. Das Catering kostet 12 € pro Person. Vom 20-Euro-Ticket bleiben also 8 € übrig, um die festen Kosten zu decken.
- Teilen. 1.250 € geteilt durch 8 € sind 157. Ab dem 157. Ticket trägt sich der Abend, jedes weitere geht an das Projekt.
Rechnet dabei großzügig statt knapp, damit ein Puffer bleibt. Und tragt die Zahl irgendwo ein, wo ihr sie in der letzten Woche vor der Veranstaltung wiederfindet. Sie ist der Unterschied zwischen einer Entscheidung und einem Bauchgefühl.
In den meisten Gemeinden entscheidet das nicht eine Person allein, sondern der Vorstand oder das Orga-Team. Für diese Sitzung braucht ihr keine Präsentation, sondern vier Zahlen auf einem Blatt: die Kapazität des Raums, die festen Kosten, den Punkt ab dem der Abend sich trägt, und den Tag, an dem der Verkauf öffnet. Wer damit in die Sitzung geht, bekommt eine Entscheidung statt einer Vertagung.
Eine eigene Eventseite, wenn die Projektseite nicht reicht
Für die meisten Veranstaltungen reicht die Projektseite. Sobald eine Veranstaltung aber ein Programm über den ganzen Tag hat, mehrere Referenten, Aussteller, eine Anfahrtsbeschreibung und einen eigenen Namen, bekommt sie eine eigene Seite mit eigener Adresse, während der Ticketverkauf weiter über die Plattform läuft.

Der Islamologentag 2026 in Köln ist so ein Fall. Die Veranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Islamologischen Instituts hat eine eigene Landingpage mit Programm, Referenten, Anfahrt und einem Frühbuchertarif mit sichtbarem Countdown. Die Ticketknöpfe führen direkt in den Checkout der Plattform, sodass Abrechnung und Ticketversand unverändert dort laufen.
Ein zweites Beispiel steht gerade im Verkauf: der Poesieabend der Einheit in Mainz, der zweite deutsch-muslimische Poesieabend mit Poesiewettbewerb, Koranrezitation, Preisverleihung und Büchermesse. Er kommt mit der normalen Projektseite aus, weil das Programm an einem Abend stattfindet.
Wer so eine Seite braucht, meldet sich bei support@commonsplace.de. Das wird je Veranstaltung besprochen und gebaut.
Häufige Fragen
Wo finde ich muslimische Veranstaltungen in Deutschland? Einen bundesweiten Kalender gibt es nicht. Die meisten Veranstaltungen werden über die Kanäle der jeweiligen Gemeinde oder des Vereins angekündigt, dazu über Instagram und WhatsApp. Eine Übersicht über laufende und abgeschlossene Veranstaltungen mit Ticketverkauf steht im Eventbereich von commonsplace.
Was kostet ein Ticket für eine muslimische Veranstaltung? Bei den 50 ausgewerteten Veranstaltungen lag der höchste Preis je Veranstaltung im Median bei 20 €, die Spanne reichte von kostenlos bis 599 € für ein Paket mit mehreren Leistungen. Bei den elf Iftar-Veranstaltungen reichten die einzelnen Ticketpreise von 5 bis 36 €, am häufigsten kam 10 € vor. Konferenzen lagen höher, im Median bei 34 €.
Kann ich als Privatperson eine Veranstaltung mit Ticketverkauf anlegen, oder brauche ich einen Verein? Beides geht. Im Projektformular wird abgefragt, ob eine Privatperson oder eine Organisation verantwortet. Ein eingetragener gemeinnütziger Verein hat den Vorteil, dass er Spendenquittungen ausstellen kann.
Wie funktioniert die Einlasskontrolle? Jede Buchung erzeugt ein Ticket mit eigenem QR-Code, das per E-Mail zugestellt wird. Am Einlass wird der Code geprüft. Bei Gruppenbuchungen steht die Anzahl der Plätze auf dem Ticket.
Wann sollte der Ticketverkauf starten? Bei den 50 ausgewerteten Veranstaltungen war der Verkauf im Median 33 Tage geöffnet, bei den ausverkauften 22 Tage. Daraus folgt keine Empfehlung für die eigene Veranstaltung, wohl aber, dass ein Verkauf über viele Monate in dieser Auswahl die Ausnahme war.
Kann ich Tickets verkaufen und gleichzeitig für ein Projekt sammeln? Ja, und genau dafür ist die Plattform gemacht. Gäste können beim Buchen mehr geben als den Ticketpreis, und wer nicht kommen kann, spendet trotzdem. Bei 17 der 50 ausgewerteten Veranstaltungen kam so zusätzliches Geld herein, bei einzelnen ein Vielfaches der Ticketeinnahmen.
Welches Ticketsystem passt zu einem kleinen Verein? Eines, das keine laufenden Kosten und keine Mindestlaufzeit hat, weil ein Verein zwei- oder dreimal im Jahr etwas veranstaltet und dazwischen nichts. Wichtiger als der Funktionsumfang sind drei Dinge: Die Gäste bekommen ein prüfbares Ticket, das Geld kommt ohne Vorkasse an, und jemand antwortet, wenn etwas hakt.
Wir wollen Tickets online verkaufen, brauchen wir dafür einen eigenen Shop? Nein. Ein eigener Ticketshop lohnt sich erst bei vielen Veranstaltungen im Jahr. Für einen Iftar, einen Vortrag oder einen Workshop reicht eine Seite je Veranstaltung, die ihr selbst anlegt und nach dem Abend stehen lasst. Sie bleibt online und zeigt beim nächsten Mal, dass es schon einmal funktioniert hat.
Darf der Erlös einer Veranstaltung an ein Hilfsprojekt gehen? Ja, und bei den ausgewerteten Veranstaltungen ist das der Regelfall. Wichtig ist, dass auf der Seite steht, was mit dem Überschuss geschieht. Wer Sadaqah Jariyah sammeln will, findet die Einordnung dazu unter Sadaqah Jariyah.
Fangt an
Die 5.495 Tickets aus dieser Auswertung sind ein kleiner Ausschnitt dessen, was in Deutschland an muslimischen Veranstaltungen stattfindet. Der größere Teil läuft weiter über Aushänge in der Moschee, über WhatsApp-Gruppen und über eine Kasse an der Tür. Das funktioniert auch. Es kostet nur mehr Nerven, es lässt sich schlecht wiederholen, und es hinterlässt keine Liste, auf der man beim nächsten Mal aufbauen kann.
Eure Veranstaltung ist die Sache. Alles andere ist ein Formular. Legt euer Event heute an, bevor ihr wieder Tickets über eine WhatsApp-Gruppe verwaltet. Den Saal füllt ihr, das nimmt euch niemand ab. Den Verkauf, die Zahlungen, die Tickets und den Einlass nimmt euch die Seite ab.
Quellen und Recherche
- Eigene Auswertung einer Auswahl von 50 abgeschlossenen Veranstaltungen mit Ticketverkauf auf commonsplace, erhoben am 17. August 2026 über die öffentlich abrufbaren Projekt- und Ticketdaten der Plattform.
- Zur gegenseitigen Unterstützung in der Gemeinschaft: SeekersGuidance, How Can We Strengthen Cooperation in the Muslim Communities?
- Zum Wert des gemeinsamen Zusammenkommens: SeekersGuidance, Is Collective Dhikr Permissible and When Can It Be Performed?
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog über die Stellen, an denen deutsches Vereinsleben und muslimische Praxis aufeinandertreffen. Für diesen Text hat er die Ticket- und Projektdaten einer Auswahl von 50 abgeschlossenen Veranstaltungen im Eventbereich der Plattform ausgewertet.
Fachlich geprüft
Die Zahlen der Auswertung wurden gegen die öffentlich abrufbaren Projekt- und Ticketdaten der Plattform geprüft, Stichtag 17. August 2026. Jede Aussage, die aus den Daten eine Ursache machen würde, wurde entfernt oder als Zusammenhang gekennzeichnet. Die religiösen Belege wurden auf Sure, Ayah und Hadithnummer geprüft und von einem Imam gegengelesen.