Ruku: die Verbeugung im Gebet
Die Verbeugung im Gebet, bei der Rücken und Kopf eine Linie bilden. Sie ist Pflichtbestandteil jeder Rakah.
Der Ruku ist die Verbeugung im islamischen Gebet, bei der sich der Betende aus dem Stand nach vorn beugt, bis Rücken und Kopf eine waagerechte Linie bilden und die Hände auf den Knien ruhen. Er ist Pflichtbestandteil jeder Gebetseinheit; wird er ausgelassen, ist diese Einheit ungültig.
Woher das Wort kommt
Ruku kommt von der Wurzel ra-kaa-ain, sich beugen. Dieselbe Wurzel steckt in Rakah, der Bezeichnung für eine ganze Gebetseinheit, die nach eben dieser Verbeugung benannt ist.
Im Alltag
Im Ruku wird dreimal Subhana Rabbiyal Azim gesagt, gepriesen sei mein Herr, der Gewaltige. Danach richtet sich der Betende wieder auf, bevor er zur Niederwerfung übergeht. Dieses Aufrichten ist selbst ein Bestandteil und wird oft übersprungen, wenn jemand schnell betet.
Wer sich aus gesundheitlichen Gründen nicht beugen kann, deutet den Ruku im Sitzen mit einer Neigung des Oberkörpers an, tiefer als die spätere Neigung für die Niederwerfung. Das Gebet bleibt gültig; niemand muss dafür in eine Position gehen, die Schmerzen verursacht.
Nicht zu verwechseln mit
Dem Sudschud, der Niederwerfung mit der Stirn am Boden. Der Ruku ist die Verbeugung im Stehen, der Sudschud folgt danach.
Häufige Fragen
Wie tief muss die Verbeugung sein? So weit, dass die Handflächen die Knie erreichen und der Rücken gerade ist. Eine angedeutete Neigung reicht nicht, solange keine körperliche Einschränkung vorliegt.
Was ist, wenn ich zum Ruku zu spät in die Gemeinschaft komme? Wer den Imam noch im Ruku erreicht, hat diese Rakah mitgezählt bekommen. Kommt man erst nach dem Aufrichten dazu, ist die Einheit verpasst und wird nach dem Gruß nachgeholt.
Muss man im Ruku zur Ruhe kommen? Ja. Die Glieder müssen zur Ruhe kommen, bevor die nächste Bewegung beginnt. Ein Gebet ohne diese Ruhe gilt in mehreren Rechtsschulen als nicht ordnungsgemäß verrichtet.
Quellen
- Die Aufforderung zur Verbeugung steht im Quran in Sure 22, Vers 77.
- Der Hadith vom Mann, der schlecht betete, in dem der Prophet Ruhe im Ruku und im Aufrichten verlangt: Sahih al-Bukhari 757.
- Wer den Imam im Ruku erreicht, hat die Rakah erreicht: Sunan Abi Dawud 893.
- Zum Ablauf des Gebets im Ganzen: SeekersGuidance, Prayer Reader: The Ultimate Guide to Prayer in Islam
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.
Fachlich geprüft
Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.