Iqama: der zweite Ruf, direkt vor dem Gebet
Der kurze zweite Ruf, mit dem das Gebet wirklich losgeht.
Die Iqama ist der zweite, kürzere Ruf unmittelbar vor Beginn des Gemeinschaftsgebets. Der Adhan lädt ein, die Iqama zeigt an, dass es jetzt losgeht.
Woher das Wort kommt
Iqama kommt von der Wurzel q-w-m, stehen oder aufrichten. Dieselbe Wurzel steckt im Ausdruck für das Verrichten des Gebets. Wörtlich: das Aufstellen.
Im Alltag
Der Wortlaut entspricht weitgehend dem Adhan, wird aber knapper gesprochen. Hinzu kommt der Satz qad qamati s-salah, das Gebet hat begonnen, zweimal gesprochen.
Bilal wurde angewiesen, die Worte des Adhan zu verdoppeln und die der Iqama einfach zu sprechen, ausgenommen qad qamati s-salah.
Sahih al-Bukhari 605
Zwischen Adhan und Iqama liegt eine Pause, in der die Gemeinde eintrifft und die freiwilligen Gebete verrichtet. In deutschen Moscheen sind das meist zehn bis zwanzig Minuten, bei den Freitagsgebeten mehr.
Wer allein betet, spricht die Iqama üblicherweise leise für sich. Nötig für die Gültigkeit ist sie nicht.
Nicht zu verwechseln mit
Dem Adhan. Der Adhan ist der Ruf über den Ort hinaus und wird von außen gehört. Die Iqama gilt allein den Anwesenden im Raum.
Häufige Fragen
Wer spricht sie? In der Regel derselbe, der den Adhan gerufen hat, sonst ein anderer aus der Gemeinde.
Wann steht man auf? Die Gebräuche gehen auseinander. Verbreitet ist, sich bei qad qamati s-salah zu erheben und die Reihen zu schließen.
Braucht es sie beim Gebet zu zweit? Nötig ist sie nicht, üblich schon.
Quellen
- Adhan doppelt, Iqama einfach, überliefert von Anas: Sahih al-Bukhari 605.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.