Juz: die dreißig Teile des Quran
Warum der Quran in dreißig Teile eingeteilt ist und was das mit dem Ramadan zu tun hat.
Ein Juz ist einer von dreißig etwa gleich langen Abschnitten, in die der Quran eingeteilt ist. Die Einteilung stammt nicht aus dem Text selbst, sondern ist eine Lesehilfe: dreißig Teile für dreißig Tage.
Woher das Wort kommt
Juz heißt schlicht Teil oder Portion. Der Plural lautet Adschzaʾ. Jeder Juz ist noch einmal in zwei Hizb geteilt, jeder Hizb in vier Viertel. In vielen gedruckten Ausgaben stehen diese Marken am Seitenrand.
Im Alltag
Die Einteilung folgt der Länge, nicht dem Inhalt. Ein Juz endet deshalb oft mitten in einer Sure. Nur der erste und der letzte fallen aus dem Rahmen: Juz 1 beginnt mit der Eröffnungssure, Juz 30 versammelt die vielen kurzen Suren am Ende und ist deshalb der bekannteste. Er heißt nach seinem ersten Wort auch ʿAmma und ist der Teil, mit dem Kinder anfangen.
Im Ramadan liest man üblicherweise einen Juz am Tag und ist am Ende des Monats einmal durch. Wer das aufteilen will, rechnet mit zwei Seiten nach jedem der fünf Pflichtgebete, dann kommt ein Juz zusammen. Im Tarawih-Gebet trägt der Vorbeter in vielen Moscheen ebenfalls einen Juz je Nacht vor.
Nicht zu verwechseln mit
Der Sure. Eine Sure ist ein Kapitel des Textes, ein Juz ein Abschnitt der Leseeinteilung. Der Quran hat 114 Suren und 30 Adschzaʾ.
Häufige Fragen
Wie viele Seiten hat ein Juz? In der verbreiteten Medina-Ausgabe genau zwanzig, deshalb rechnen viele damit.
Wer hat die Einteilung gemacht? Sie ist später entstanden und wird meist der Verwaltungszeit unter den Umayyaden zugeschrieben. Sie gehört nicht zur Offenbarung, sondern zur Handhabung des Buches.
Muss man der Reihenfolge folgen? Nein. Die Einteilung ist ein Hilfsmittel. Wer nur eine Sure lesen möchte, liest sie.
Quellen
- Aufbau und Einteilung des Textes: Juz 30 auf Quran.com.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.