Die Kuppel der Moschee
Warum Moscheen Kuppeln haben, obwohl das Gebet keine verlangt.
Die Kuppel, arabisch Qubba, gehört nicht zum Gebet, sondern zur Bautechnik. Sie überspannt einen Raum ohne Stützen und macht damit möglich, was das Gemeinschaftsgebet braucht: eine freie Fläche für durchgehende Reihen.
Woher die Form kommt
Die Bauform ist älter als der Islam und stammt aus der römischen und byzantinischen Baukunst. Übernommen wurde sie früh, weil sie ein Problem löste. Der Felsendom in Jerusalem aus dem späten siebten Jahrhundert ist eines der ersten großen Beispiele.
In der osmanischen Baukunst wurde daraus ein eigenes System: eine große Hauptkuppel, abgestützt von Halbkuppeln, sodass der Innenraum vollständig frei bleibt. Sinan, der Baumeister des sechzehnten Jahrhunderts, hat dieses Prinzip zu seiner bekanntesten Form gebracht.
Im Alltag
Neben der Statik hat die Kuppel zwei praktische Wirkungen: Sie trägt die Stimme des Vorbeters durch den Raum, und sie hält die Sommerhitze über den Köpfen. Innen ist sie oft mit Kalligrafie versehen, weil sie die einzige Fläche ist, die jeder von unten sieht.
Die grüne Farbe vieler Kuppeln geht auf die Kuppel über dem Grab des Propheten in Medina zurück und ist Gewohnheit, keine Vorschrift.
Nicht zu verwechseln mit
Einem religiösen Merkmal. Eine Moschee ohne Kuppel ist eine vollwertige Moschee. In Deutschland haben die meisten Gemeindebauten keine.
Häufige Fragen
Warum sind Moscheekuppeln oft nicht bemalt mit Figuren? In Gebetsräumen wird auf Darstellungen von Lebewesen verzichtet. Stattdessen stehen dort Schrift und Ornament.
Hat die Kuppel eine Bedeutung? Gedeutet wird sie oft als Himmelsgewölbe. Das ist Auslegung, kein Bauauftrag.
Warum sitzt oben ein Halbmond? Auch das ist Gewohnheit, vor allem aus osmanischer Zeit, und kein religiöses Gebot.
Quellen
- Bauform und Verbreitung: Kuppel, deutschsprachige Wikipedia.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.