Minarett: der Turm der Moschee
Wozu der Turm ursprünglich diente und was davon geblieben ist.
Ein Minarett ist der erhöhte Standplatz, von dem aus zum Gebet gerufen wird. Zur Zeit des Propheten gab es keines: Der Adhan wurde vom Dach gerufen.
Woher das Wort kommt
Das arabische Wort manara bedeutet ursprünglich Leuchtturm, von nur, dem Licht. Daneben steht miʾdhana, der Ort des Adhan, gebildet vom selben Wortstamm wie Muezzin. Beide Bezeichnungen sind gebräuchlich.
Im Alltag
Der erste Rufer, Bilal ibn Rabah, stieg auf das höchste Dach in der Nachbarschaft. Türme kamen erst im späteren siebten und im achten Jahrhundert auf, zunächst in Syrien und Nordafrika, und die Form ist regional geblieben: schlank und rund in der türkischen Bautradition, viereckig im Maghreb, breit und gestuft in Zentralasien.
Praktisch braucht heute niemand mehr die Höhe, weil Lautsprecher und Uhr die Aufgabe übernommen haben. Geblieben ist die Funktion als Zeichen: Das Minarett sagt, dass hier eine Moschee steht.
In Deutschland ist der öffentliche Gebetsruf die Ausnahme und wird von Kommune zu Kommune geregelt. Das Minarett steht hier deshalb meist stumm.
Nicht zu verwechseln mit
Dem Minbar. Das ist die Kanzel im Inneren, von der die Predigt gehalten wird. Die Ähnlichkeit der Wörter führt oft zur Verwechslung, sie haben verschiedene Wurzeln.
Häufige Fragen
Braucht eine Moschee ein Minarett? Nein. Viele Gemeinden in Deutschland beten in Räumen ohne jeden Turm.
Wie viele Minarette hat eine Moschee? Meist eines. Größere Bauten haben zwei, vier oder sechs, das ist eine Frage der Bautradition.
Steigt heute noch jemand hinauf? Selten. In manchen Städten wird der Adhan zu besonderen Anlässen noch von oben gerufen.
Quellen
- Wortherkunft und Bauformen: Minarett, deutschsprachige Wikipedia.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.