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Der Nachbar im Islam

Warum über den Nachbarn so viel überliefert ist und wie weit die Sorge reicht.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Über den Nachbarn ist im Islam ungewöhnlich viel überliefert. Die Sorge für ihn hängt nicht an seiner Religion, sondern an der Nähe seiner Tür.

Woher das Wort kommt

Das arabische Wort ist Dschar, der Nachbar, und dieselbe Wurzel trägt die Bedeutung von Schutz gewähren. Wer jemandem Nachbar ist, steht ihm damit auch bei. Der Plural lautet Dschiran.

Im Alltag

Der bekannteste Satz dazu betont die Beharrlichkeit der Ermahnung:

Gabriel hat mir so lange ans Herz gelegt, den Nachbarn gut zu behandeln, dass ich dachte, er würde ihn zum Erben machen.

Sahih al-Bukhari 6014

An anderer Stelle steht die Reihe, die den Nachbarn mit dem Gast und der Rede zusammenstellt: Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, füge seinem Nachbarn keinen Schaden zu, ehre seinen Gast, und rede Gutes oder schweige (Sahih al-Bukhari 6018).

Praktisch heißt das im deutschen Alltag: die Treppe kehren, bei Lärm Rücksicht nehmen, im Krankheitsfall fragen, ob etwas gebraucht wird, das Paket annehmen. Wie weit der Kreis der Nachbarschaft reicht, ist nicht festgelegt. Gemeint ist er weiter, als man denkt.

Nicht zu verwechseln mit

Einer Frage der Religionszugehörigkeit. Überliefert ist die Sorge für den Nachbarn ohne diese Bedingung, und die Gelehrten haben daraus früh gefolgert, dass sie für alle gilt.

Häufige Fragen

Zählt der Kollege am Schreibtisch nebenan? Im engeren Sinn ist die Wohnung gemeint. Die Haltung überträgt man aber auf jeden, mit dem man dauerhaft eng zu tun hat.

Was, wenn der Nachbar unangenehm ist? Die Überlieferung nennt gerade den Nachbarn, dessen Verhalten man ertragen muss. Sich zurückzunehmen gehört dazu, sich alles gefallen zu lassen nicht.

Darf man Zakat dem Nachbarn geben? Ja, wenn er bedürftig ist. Nähe gilt sogar als Vorzug bei der Auswahl.

Quellen

Verwandte Begriffe: Gastfreundschaft, Adab, Ihsan.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Weitere Begriffe

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Idschaza
Die Erlaubnis, weiterzugeben. Mit der Kette der Lehrer, die daran hängt.
Naskh
Eine spätere Regel hebt eine frühere auf. Seltener, als oft behauptet.
Muhkam und Mutaschabih
Eindeutige und mehrdeutige Verse. Der Quran benennt den Unterschied selbst.

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