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Nadeem Elyas: sein Lebenswerk und die neue Broschüre zum Umgang mit dem Koran

Er kam 1964 mit neunzehn Jahren nach Deutschland, wurde Arzt, verfasste gemeinsam mit Abdullah Frank Bubenheim die ungefähre Übersetzung der Bedeutungen des Korans ins Deutsche und rief 1997 die Moscheen des Landes auf, am 3. Oktober ihre Türen zu öffnen. Zum 30. Jubiläum dieses Tages hat Nadeem Elyas eine neue Broschüre geschrieben. Sie steht hier vollständig zum Blättern und zum Herunterladen.

Kareem C.
14 Min. Lesezeit
Zwei Hände halten die aufgeschlagene Broschüre von Nadeem Elyas mit der Überschrift „Der Terminus Koran“
Die neue Handreichung von Nadeem Elyas, aufgeschlagen beim Kapitel über die Begriffe.

Bei der Inventur ihres Bestandes fand die Aachener Domschatzkammer ein Buch, von dem niemand sagen konnte, wie es dorthin gekommen war: ein kunstvoll handgemaltes Koran-Exemplar. Es lag zwischen rund vierzig weiteren Stücken, die sich keiner Sammlung zuordnen ließen. Daraus wurde eine kleine Ausstellung, „Nicht gesucht, aber gefunden. Rätselhaftes in der Domschatzkammer“, kuratiert von Katrin Heitmann, zu sehen bis Ende September 2026. Woher die Handschrift stammt, ist bis heute offen. Birgitta Falk, die Leiterin der Domschatzkammer, sagt dazu: „Wir werden uns damit beschäftigen und versuchen, eine adäquate Lösung zu finden.“

Die Kunsthistorikerin, die das Exemplar für die Ausstellung ausgesucht hatte, stellte ein Video davon auf Instagram. Das Video ging viral, und darunter sammelten sich hunderte Kommentare.

Fünf Kilometer entfernt, in Eschweiler, lebt ein Mann, der sich seit sechs Jahrzehnten mit solchen Fragen beschäftigt.

Was das Stiftungswerk in der Domschatzkammer gesehen hat

Nina Elyas ist Pressereferentin des Internationalen Islamischen Stiftungswerks in Aachen, kurz IISW. Sie schildert, was den Ausschlag gab: Aufschlussreich war für das Haus nicht das Video, sondern die Kommentare darunter. Dort zeigte sich, dass auch unter Muslimen viel Unwissen darüber besteht, wie mit einem Mushaf-Exemplar umzugehen ist, und vor allem, was daran religiös begründet ist und was auf Traditionen und überlieferten Vorstellungen beruht. An vielen Stellen, sagt sie, habe Erklärungsbedarf bestanden.

Das IISW ist daraufhin selbst in die Domschatzkammer gegangen. Die Mitarbeiter haben sich das Exemplar angesehen, sich mit seiner Herkunft befasst und die Kommentare und Fragen dazu eingeordnet. Nach Angaben des Hauses lag die Handschrift im Nachlass eines Domkapitulars.

Das habe sie darin bestätigt, so Nina Elyas, wie sinnvoll eine kompakte Broschüre ist: eine, die genau solche Fragen aufgreift, die Begriffe erklärt und Orientierung im Umgang mit dem Koran gibt. Geschrieben hat sie ihr Schwiegervater.

Die neue Broschüre zum Umgang mit dem Koran

„Begrifflichkeit & richtiger Umgang mit dem Koran“ hat 36 Seiten und erscheint als Sonderausgabe zum 30. Tag der offenen Moschee. Herausgeber ist das IISW, gedruckt kostet das Heft eine Schutzgebühr von einem Euro. Hier lässt es sich vollständig durchblättern und als PDF mitnehmen.

Begrifflichkeit & richtiger Umgang mit dem Koran

Nadeem Elyas · 36 Seiten · September 2026

PDF laden (5,4 MB)
Titelseite: Begrifflichkeit & richtiger Umgang mit dem Koran
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Begrifflichkeit & richtiger Umgang mit dem Koran. Sonderausgabe zum 30. Jubiläum des Tags der Offenen Moschee. Herausgeber: Internationales Islamisches Stiftungswerk (IISW), Aachen, September 2026. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung. iisw.de

Auf der dritten Seite steht, worum es Elyas geht, in vier Sätzen über den Koran: Sein göttlicher Ursprung gewährleiste die Reinheit des göttlichen Willens, seine unveränderliche Echtheit den Fortbestand der Grundsätze des Glaubens, seine flexible Deutungsmöglichkeit die allzeit und allerorts passende Anwendung, seine offene Zugänglichkeit schließe den Missbrauch selbsternannter Vertreter Gottes aus. Und dann:

Er ist der direkte Austausch, die Zwiesprache zwischen Gott und Mensch.

Nadeem Elyas, Begrifflichkeit & richtiger Umgang mit dem Koran, Seite 4

Das Heft gliedert sich in zwei Teile. Der erste behandelt die Begriffe: was der Koran ist, was ein Mushaf ist, warum es keinen „deutschen Koran“ gibt, sondern nur die Übersetzung seiner Bedeutung, und wie aus dem Wahy, der Eingebung Allahs an den Propheten, über Abu Bakr und Uthman ein Buch mit 114 Suren wurde. Der zweite Teil behandelt den Umgang: das Rezitieren, das Anfassen, die Aufbewahrung, die Platzierung im Regal.

Welche Fragen das Heft beantwortet. Die Antworten stehen so im Heft, die Seitenzahl ist jeweils angegeben. Ausgelegt wird hier nichts, wer es genau wissen will, blättert oben nach.

  • Was unterscheidet den Koran vom Mushaf? Koran ist der Wahy selbst, der gesamte Text ebenso wie einzelne Verse oder Zitate. Das gedruckte Buch heißt auf Arabisch Mushaf. „Behältnisse des Wortes Allahs sind kein Koran; deren Inhalt ist der Koran.“ Deshalb gibt es auch keinen Plural, sondern nur Koran-Exemplare, Koran-Blätter, Koran-CDs. Seite 12 bis 14
  • Darf man von einem „deutschen Koran“ sprechen? Nein. „Da der Koran als Offenbarung nur auf Arabisch existiert, darf man in diesem Sinne nicht vom deutschen oder anderssprachigen Koran sprechen, sondern von der deutschen bzw. anderssprachigen Übersetzung der Bedeutung des Korans.“ Seite 14
  • Heißt es „Heiliger Koran“? Nicht nach dem koranischen Text. Dort wird der Koran als ruhmvoll, wehrhaft, großartig und ehrwürdig bezeichnet, und als gesegnet, nicht als heilig, „denn nur Allah ist heilig und Er alleine heiligt und segnet von Seinen Geschöpfen und Dienern, was und wen Er will“. Seite 20 und 21
  • Was gilt beim Rezitieren? Für das Rezitieren aus dem Gedächtnis nennt das Heft keine Einschränkung, nur den würdevollen Rahmen. Für die Rezitation als Akt des Gottesdienstes setzt es rituelle Reinheit voraus. Und: „Die vor den rituellen Gebeten vorgeschriebene ‚Kleine Waschung‘ (Wudu`u) ist keine zwingende Voraussetzung für das Rezitieren des Korans.“ Lernen und Lehren sind davon nicht betroffen. Zum Berühren eines Mushafs durch Muslime äußert sich das Heft nicht; dort behandelt es allein den Fall der Nichtmuslime. Die vier Rechtsschulen verlangen für das Berühren die rituelle Reinheit. Seite 22 bis 25
  • Wohin gehört ein Mushaf im Haushalt? „Koran-Exemplare und -Tonträger erhalten in jedem Haushalt einen ehrenvollen Platz und in jeder Bibliothek den höchsten Stand.“ Das Verbot, ihn auf den Boden zu legen oder etwas darauf zu stellen, ordnet das Heft ausdrücklich den „gefestigten Volkstraditionen“ zu. Seite 26
  • Wo endet Verehrung, und wo beginnt Übertreibung? „Bei manchen muslimischen Völkern entartete diese Verehrung allerdings zu übertriebenen Handlungen, die abzulehnen sind.“ Zu Amuletten und Schriftzügen mit zugeschriebener Heilkraft heißt es: Die heilende Kraft des Korans liege darin, dass er Verstand und Vernunft, Seele und Gemüt anspricht, „sie liegt nicht im Material seiner Schriftträger und in der Tinte seiner Schrift“. Seite 19 und 27

Bemerkenswert ist der Ton. Elyas benennt dort, wo er es für nötig hält, auch die eigene Seite:

So genießt der ehrwürdige Mushaf heutzutage eine außergewöhnliche Verehrung. Bei manchen muslimischen Völkern entartete diese Verehrung allerdings zu übertriebenen Handlungen, die abzulehnen sind. Es gilt, die an den Anweisungen der Tradition orientierte Mäßigung zu behalten.

Nadeem Elyas, Begrifflichkeit & richtiger Umgang mit dem Koran, Seite 19

Selbst die Schreibweise begründet er. Im Fließtext schreibt er Koran mit K, weil sich das dem deutschen Sprachgebrauch besser anpasst, und stellt daneben, dass Qurʾān mit Dehnung und Q der arabischen Schreibweise entspricht. Wer die Details sucht, blättert sie oben nach. Wer wissen will, wie so ein Heft entsteht, liest weiter.

Geschlossen wird es mit einer kleinen Geschichte. Muhammad Iqbal las jeden Morgen nach dem Fadschr-Gebet im Koran, und sein Vater fragte ihn drei Jahre lang jedes Mal, was er da tue. Als der Sohn schließlich wissen wollte, warum immer dieselbe Frage komme, antwortete der Vater: „Lies den Koran so, als wäre er dir selbst offenbart worden.“

Nadeem Elyas: von Mekka nach Eschweiler

Geboren wurde er am 1. September 1945 in Mekka. 1964 kam er nach Deutschland, mit neunzehn Jahren. Er studierte Medizin in Frankfurt, arbeitete als Arzt in Bad Soden, Krefeld und Aachen und studierte daneben Islamwissenschaften. Er blieb und lebt bis heute in Eschweiler bei Aachen.

Seine erste Funktion in einem deutschen Verband hatte er als Generalsekretär der Union Muslimischer Studentenorganisationen in Europa. Ab Mitte der Neunzigerjahre und bis 2006 war er Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Das waren Jahre, in denen Fragen zur Rolle des Islams und der Muslime in Deutschland zunehmend öffentlich verhandelt wurden. Elyas beantwortete sie in Interviews, in Talkshows und auf Bundespressekonferenzen.

Seine Schriften aus sechs Jahrzehnten hat er später unter dem Titel „Eintausend stete Tropfen. Meine Schriften. 60 Jahre islamische Verantwortung“ zusammengefasst. Vier Stationen zeigen, welchen Einfluss diese Arbeit in Deutschland hatte.

Das erste Werk: die ungefähre Übersetzung, die in vielen deutschen Regalen steht

In den 1980er Jahren gab das saudische Religionsministerium eine deutsche Koranübersetzung in Auftrag. Vorgelegt haben sie Abdullah Frank Bubenheim und Nadeem Elyas. Verlegt wird sie vom König-Fahd-Komplex zum Druck des Korans in Medina, der sie weltweit verteilt.

Buchrücken mehrerer Koran-Übersetzungen mit Goldprägung, unter anderem auf Kasachisch, Bengalisch, Englisch, Somali und Deutsch
Ganz rechts „Der edle Qurʾān und seine ungefähre Übersetzung in die deutsche Sprache“. Aus der Sammlung des IISW.

In der Broschüre steht sie als „Der edle Qurʾān und seine ungefähre Übersetzung in die deutsche Sprache“, und dieses Wort im Titel ist der ganze Punkt: Übersetzt wird nach diesem Verständnis nie der Koran selbst, sondern immer nur ungefähr die Bedeutung seiner Worte. Der Wahy bleibt arabisch. Die Broschüre zeigt auf Seite 18 ein besonderes Stück aus der Sammlung des Hauses: das erste Exemplar der ersten Auflage von 2002, das nach Deutschland kam.

Das zweite Werk: der Tag der offenen Moschee

Der Tag der offenen Moschee begann mit einer Frage in einer Sitzung. Elyas erzählt die Szene in seinem Grußwort zum Jubiläum selbst. Vertreter der beiden großen Kirchen, des DGB, von Pro Asyl und weiterer Verbände planten die damaligen Kulturellen Wochen. Dann wandte sich die Runde an ihn und wollte wissen, was die Muslime beitragen würden. Er kündigte an, die Moscheen bundesweit zu einem Tag der offenen Tür aufzurufen.

Skepsis machte sich breit und man fragte mich: Wie viele Moscheen werden wohl mitmachen? Zwanzig? Dreißig? Meine Antwort lautete: Eher zweihundert oder dreihundert.

Nadeem Elyas, Grußwort zum 30. Jubiläum des Tags der offenen Moschee

Im Jahr 1997 fiel der 3. Oktober mitten in diese Kulturellen Wochen. Der Zentralrat rief die Verbände, Zentren und Gemeinden auf, am 3. und 4. Oktober zu öffnen. DITIB und der Islamrat schlossen sich an, und dieser Zusammenschluss aller Spitzenverbände trug nach Elyas' eigener Einschätzung entscheidend zum Erfolg bei.

Wie viele Moscheen im ersten Jahr mitmachten, beantwortet er selbst zweimal unterschiedlich. In seinem Erfahrungsbericht von 1998, ein Jahr nach dem Ereignis geschrieben, steht:

Etwa 600 Moscheen, darunter 450 Moscheegemeinden mit fester Voranmeldung, folgten dem Ruf des ZMD und öffneten zur gleichen Zeit ihre Tore für die nichtmuslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Nadeem Elyas, Tag der offenen Moschee 1997 – ein Erfahrungsbericht, Materialheft zur Interkulturellen Woche 1998, Seite 22

In seinem Rückblick zum Jubiläum 2026 nennt er 350 Moscheen. Der Bericht von 1998 ist die zeitnähere Quelle, und er unterscheidet zwischen etwa 600 beteiligten Moscheen und 450 mit fester Voranmeldung. Beide Zahlen stehen hier, weil sie beide von ihm stammen.

Auch die Wahl des Datums erklärt der Bericht von 1998 genauer, als es jede spätere Deutung könnte. Der 3. Oktober wurde bewusst gewählt, um darauf aufmerksam zu machen, dass die damals drei Millionen in Deutschland lebenden Muslime sich als Teil der deutschen Gesellschaft und Einheit fühlen.

Für die meisten war das eine völlig neue Aufgabe. Also entstand ein Fachausschuss. Es gab bundesweite Workshops, Arbeitsmappen für Moscheeführungen, Vorlagen für Plakate und Programme, ein gemeinsames Logo, Aufkleber, Anstecker und Luftballons. Informationsblätter über den Islam wurden in Tausenderauflagen gedruckt und den Besuchern in die Hand gegeben. Heute organisiert der Koordinationsrat der Muslime den Tag, und die Gemeinden brauchen keine Anleitung mehr. In dreißig Jahren haben die Moscheen in Deutschland nach Schätzung von Elyas rund eine halbe Million Besucher empfangen.

Wie es 1997 tatsächlich zuging, steht ebenfalls in diesem Bericht. Unter den Besuchern waren Familien, Schulklassen, Priester, Ordensschwestern, Vertreter der buddhistischen Gemeinschaft, Beamte und Kommunalpolitiker. Einige Moscheen wurden von den Bürgermeistern eröffnet. Manche hielten erstmals die Freitagspredigt auf Deutsch. Vielerorts blieben die Besucher stundenlang über die angekündigte Schlusszeit hinaus, und einige Gemeinden verlängerten um vier Tage, damit die Schulklassen noch nachkommen konnten. Meist kamen zwanzig bis hundert Besucher pro Moschee, insgesamt schätzte Elyas rund 30.000.

Danach wiederholte es sich jedes Jahr. Was in drei Jahrzehnten in den Gebetsräumen passierte, beschreibt er nüchtern. Die Hemmschwelle lag auf beiden Seiten. Die Gemeinden mussten Fremde in ihr eigenes Haus lassen, die Besucher einen Ort betreten, an dem sie noch nie gewesen waren. Vorurteile wurden offen angesprochen, Missstände in der islamischen Welt nicht ausgeklammert. Kern des Tages war immer dasselbe: eine Führung durch die Gebetsräume und danach eine Diskussionsrunde mit der Gemeinde, bei der die Familien sich mit ihren Spezialitäten gegenseitig übertrafen. Aus vielen dieser Begegnungen sind Initiativen in den Kommunen geworden, die bis heute laufen.

Auf die oft gestellte Frage, warum ausgerechnet der Tag der Deutschen Einheit, hat Elyas eine Antwort, die seit dreißig Jahren steht:

Wir feiern die Deutsche Einheit, indem wir unsere Tore, unsere Türen und unsere Herzen für alle öffnen.

Nadeem Elyas

Der 30. Tag der offenen Moschee fällt auf Samstag, den 3. Oktober 2026. Das Jubiläumsmotto lautet „Moscheen als Träger gesellschaftlicher Verfasstheit“, und die neue Broschüre ist dazu die Handreichung.

Das dritte Werk: die Islamische Charta und der Pavillon auf der EXPO

Im Jahr 2000 war Elyas Generalkommissar des Islam-Pavillons auf der Weltausstellung in Hannover. Zwei Jahre später, am 3. Februar 2002, verabschiedete die Vertreterversammlung des Zentralrats unter seinem Vorsitz einstimmig die Islamische Charta. Sie legte in einem einzigen Papier dar, wie die im Zentralrat vertretenen Muslime zu Rechtsstaat, Grundgesetz, Demokratie, Pluralismus und Menschenrechten stehen.

Der Zeitpunkt war kein Zufall. Nach dem 11. September wurde die Charta in einer Auflage von 120.000 Exemplaren und in acht Sprachen in den Moscheen verteilt. Es ist dieselbe Arbeitsweise wie bei der Broschüre von heute: Wenn Fragen im Raum stehen, wird ein Text geschrieben, gedruckt und in die Hand gegeben.

Das vierte Werk: das Stiftungswerk und seine Sammlung

Das Internationale Islamische Stiftungswerk Bildung und Kultur in Aachen führt diese Bildungsarbeit heute weiter. Zum Haus gehört etwas, das in Deutschland selten ist: eine Sammlung von rund 375 besonderen Koran-Ausgaben, dazu Übersetzungen in etwa vierzig Sprachen. Die Formate reichen von 2,5 mal 3,4 Zentimetern bis zu 34,3 mal 49,5 Zentimetern. Fast alle Abbildungen der Broschüre stammen daraus.

Gerahmtes Plakat, auf dem der gesamte Korantext in senkrechten Spalten auf einem einzigen Blatt gedruckt ist
Der gesamte Koran auf einem einzigen Blatt, 60 mal 95 Zentimeter, 1955 in Deutschland gedruckt. Aus der Sammlung des IISW.

In der Sammlung liegt ein Exemplar von 1850, das nach dem Erdbeben in der Türkei und in Syrien 2023 aus Geröll und Schlamm geborgen und vom Stiftungswerk notdürftig restauriert wurde. Daneben eine handschriftliche Abschrift von 1844 mit Goldtinte und den Korrekturen ihres Kalligrafen. Ein Koran in Brailleschrift in sechs Bänden. Eine Silberschachtel von 1930 mit blauem Samt ausgeschlagen. Und 24 großformatige Koran-Illuminationen, die das Haus 2016 im Historischen Museum Bielefeld gezeigt hat.

Silberne Koran-Schachtel, Holzkiste mit Perlmutt- und Elfenbeinintarsien, Ledertasche und Stofftasche für Koran-Exemplare
Schachteln und Taschen aus mehreren Jahrhunderten, abgebildet in der Broschüre.

Die Sammlung kann nach Absprache für Ausstellungen, Leihgaben sowie Forschungs- und Bildungszwecke ausgeliehen werden. Anfragen gehen an iisw.de.

Vier Stationen, ein Muster: eine Übersetzung, ein Aktionstag, ein Grundsatzpapier, ein Haus mit einer Sammlung. Sie entstanden in unterschiedlichen Zusammenhängen, aber immer dort, wo Vermittlung und Orientierung gefragt waren.

Für uns ist das nicht nur Zeitgeschichte. Mehrere Menschen aus der commonsplace-Gemeinschaft haben von Nadeem Elyas gelernt, von seiner Arbeit und mehr noch von seinem Menschsein. Zwischen dem IISW und commonsplace gibt es seit Jahren immer wieder Kooperationen.

Häufige Fragen

Wer ist Nadeem Elyas?

Ein 1945 in Mekka geborener Arzt und Islamwissenschaftler, der 1964 nach Deutschland kam und bis heute in Eschweiler bei Aachen lebt. Bis 2006 war er Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Er hat die ungefähre deutsche Koranübersetzung mit Frank Bubenheim verfasst, 1997 den Tag der offenen Moschee ins Leben gerufen, 2002 die Islamische Charta des Zentralrats unter seinem Vorsitz auf den Weg gebracht und das Internationale Islamische Stiftungswerk in Aachen gegründet.

Welche Koranübersetzung hat Nadeem Elyas gemacht?

Die ungefähre Übersetzung des Korans in die deutsche Sprache, gemeinsam mit Abdullah Frank Bubenheim. Beauftragt wurde sie in den 1980er Jahren vom saudischen Religionsministerium, verlegt wird sie vom König-Fahd-Komplex in Medina. Die erste Auflage erschien 2002.

Wann ist der Tag der offenen Moschee 2026?

Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, wie in jedem Jahr am Tag der Deutschen Einheit. Es ist der 30. seit dem ersten Aufruf des Zentralrats von 1997, den Nadeem Elyas angestoßen hat. Das Jubiläumsmotto lautet „Moscheen als Träger gesellschaftlicher Verfasstheit“. Organisiert wird der Tag heute vom Koordinationsrat der Muslime.

Wo bekomme ich die Broschüre zum Umgang mit dem Koran?

Oben in diesem Beitrag lässt sie sich vollständig durchblättern und als PDF herunterladen. Gedruckt gibt sie das Internationale Islamische Stiftungswerk in Aachen gegen eine Schutzgebühr von einem Euro ab, Anfragen über iisw.de.

Quellen

Für diesen Beitrag wurden die neue Broschüre, das Grußwort zum Jubiläum, der Erfahrungsbericht von 1997 sowie Auskünfte des IISW ausgewertet. Die Veröffentlichung der Broschüre an dieser Stelle erfolgt mit freundlicher Genehmigung des IISW.

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Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

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Kareem C. 28. Apr 2024 1 Min. Lesezeit

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