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Nadhr: das Gelübde

Warum vom Gelübde abgeraten wird und was gilt, wenn man eines abgelegt hat.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Ein Nadhr ist das Versprechen, eine gute Tat zu vollbringen, meist geknüpft an eine Bedingung: wenn dies geschieht, dann tue ich jenes. Die Überlieferung rät davon ab, hält aber fest, dass ein abgelegtes Gelübde bindet.

Woher das Wort kommt

Nadhr kommt von einer Wurzel mit der Bedeutung sich zu etwas verpflichten. Der Plural lautet Nudhur. Gemeint ist immer eine Selbstverpflichtung, nicht ein Versprechen gegenüber einem anderen Menschen.

Im Alltag

Typisch sind Sätze wie: Wenn die Prüfung gut ausgeht, faste ich drei Tage. Wenn er gesund wird, gebe ich tausend Euro.

Überliefert ist dazu ein bemerkenswert nüchterner Satz:

Der Prophet untersagte das Gelübde und sagte: Es wendet nichts ab, es entlockt nur dem Geizigen etwas von seinem Besitz.

Sahih al-Bukhari 6608

Der Einwand liegt in der Erwartung, die im Gelübde steckt: Der Ausgang wird nicht davon beeinflusst. Wer geben oder fasten will, kann es sofort tun, ohne Bedingung.

Ist ein Gelübde aber abgelegt und die Bedingung eingetreten, gilt es einzulösen, sofern der Inhalt erlaubt und leistbar ist. Wer es nicht kann, leistet nach überwiegender Auffassung dieselbe Sühne wie beim gebrochenen Eid.

Nicht zu verwechseln mit

Dem Eid. Ein Eid ist eine Bekräftigung bei Gott, ein Gelübde eine Selbstverpflichtung zu einer Handlung.

Häufige Fragen

Zählt ein Gelübde für etwas Verbotenes? Nein, es wird nicht eingelöst.

Was, wenn ich es nicht mehr genau weiß? Was sicher ist, wird eingelöst. Bei Unklarheit fragt man in der Gemeinde nach.

Kann ich einfach spenden statt zu geloben? Genau das ist der überlieferte Rat.

Quellen

Verwandte Begriffe: Eid, Kaffara, Sadaqah.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Weitere Begriffe

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Mutawatir und Ahad
Vielfach überliefert oder über einzelne Wege. Beides kann gesichert sein.
Hadith Qudsi
Worte Allahs, die nicht im Quran stehen. Ein eigener Rang dazwischen.
Dschumhur
Die Mehrheit der Gelehrten. Kein Beschluss, sondern ein Befund.

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