Nafl: das freiwillige Gebet
Die Gebete über die Pflicht hinaus und was sie bewirken sollen.
Nafl bezeichnet jedes freiwillige Gebet über die fünf Pflichtgebete hinaus. Wer es lässt, tut nichts Falsches. Wer es betet, füllt damit auch die Lücken, die im Pflichtgebet geblieben sind.
Woher das Wort kommt
Nafl heißt Zugabe oder Überschuss. Dasselbe Wort steckt im Namen einer Sure, die von der Beute spricht, also von dem, was über das Erwartete hinaus zufällt. Der Plural lautet Nawafil.
Im Alltag
Am geläufigsten sind die festen Gebete rund um die Pflichtgebete. Überliefert ist:
Wem an einem Tag und in einer Nacht zwölf Rakat gelingen, dem wird ein Haus im Paradies gebaut.
Sahih Muslim 728
Diese zwölf verteilen sich üblicherweise auf zwei vor dem Morgengebet, vier vor und zwei nach dem Mittagsgebet, zwei nach dem Abendgebet und zwei nach dem Nachtgebet.
Daneben stehen die eigenständigen freiwilligen Gebete: das Duha-Gebet am Vormittag, das Tahadschud in der Nacht, das Witr zum Abschluss, das Gebet bei Betreten der Moschee und das Gebet um Entscheidungshilfe.
Nicht zu verwechseln mit
Dem Nachholen versäumter Pflichtgebete. Das ist Pflicht und keine Zugabe.
Häufige Fragen
Kann ein freiwilliges Gebet ein Pflichtgebet ersetzen? Nein. Überliefert ist aber, dass die freiwilligen Gebete am Tag der Abrechnung ausgleichen, was im Pflichtgebet fehlte.
Gibt es Zeiten, in denen man nicht beten soll? Ja, unmittelbar bei Sonnenaufgang, im Zenit und beim Sonnenuntergang.
Wie viele Rakat auf einmal? Freiwillige Gebete werden üblicherweise in Zweiergruppen gebetet.
Quellen
- Die zwölf Rakat, überliefert von Umm Habiba: Sahih Muslim 728.
Verwandte Begriffe: Witr, Duha, Tahadschud.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.