Qunut: das Bittgebet im Gebet
Das Bittgebet mitten im Gebet, sein Wortlaut und wann es gesprochen wird.
Qunut ist ein Bittgebet, das im stehenden Teil des Gebets gesprochen wird, am bekanntesten im Witr. Daneben gibt es das Qunut in Zeiten allgemeiner Not.
Woher das Wort kommt
Qunut kommt von der Wurzel q-n-t und meint eine demütige, andauernde Zuwendung. Im Quran steht das Wort für ergebenes Ausharren. Erst in der Rechtssprache wurde daraus die Bezeichnung für dieses bestimmte Bittgebet.
Im Alltag
Der bekannteste Wortlaut geht auf al-Hasan ibn Ali zurück, den der Prophet ihn lehrte. Er beginnt mit den Worten: Allahumma hdini fiman hadait, o Allah, leite mich unter denen, die du geleitet hast, und gib mir Sicherheit unter denen, denen du Sicherheit gegeben hast.
Die Rechtsschulen ordnen den Zeitpunkt unterschiedlich:
- Nach hanafitischer Auffassung gehört das Qunut ganzjährig ins Witr, vor der Verbeugung.
- Nach schafiitischer Auffassung steht es in der zweiten Hälfte des Ramadan im Witr und täglich im Morgengebet, nach der Verbeugung.
- Das Qunut in Notzeiten sprechen alle Schulen, dann in jedem Pflichtgebet, solange die Lage anhält.
Nicht zu verwechseln mit
Dem gewöhnlichen Bittgebet. Ein Dua kann man jederzeit und in jeder Sprache sprechen. Das Qunut hat seinen festen Platz im Gebet.
Häufige Fragen
Muss man den Wortlaut können? Nein. Wer ihn nicht auswendig kann, spricht ein anderes Bittgebet oder betet ohne.
Hebt man dabei die Hände? Die Schulen beurteilen das unterschiedlich. Beides ist verbreitet.
Was ist das Qunut in Notzeiten? Ein Bittgebet für Bedrängte, das die Gemeinde in den Pflichtgebeten spricht, etwa bei Krieg, Hunger oder Katastrophen.
Quellen
- Der Wortlaut, überliefert von al-Hasan ibn Ali, Grad sahih nach al-Albani: Sunan Abi Dawud 1425.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.