Adhan: der Gebetsruf
Der Adhan ist der Ruf, mit dem die Gebetszeit angekündigt wird. In Deutschland ist er meist nur im Inneren der Moschee zu hören.
Der Adhan ist der Ruf, mit dem der Beginn einer Gebetszeit angekündigt wird. Er besteht aus festen Sätzen, die das Glaubensbekenntnis und die Einladung zum Gebet enthalten.
Woher das Wort kommt
Adhan bedeutet Ankündigung. Der erste Rufer war Bilal ibn Rabah, ein befreiter Sklave, was in der Überlieferung eigens hervorgehoben wird.
Im Alltag
In Deutschland erklingt der Adhan fast überall nur im Inneren der Moschee. Ein Ruf über Lautsprecher nach außen ist genehmigungspflichtig und in einzelnen Städten erlaubt, meist begrenzt auf das Freitagsgebet und in der Lautstärke geregelt.
Nicht zu verwechseln mit
Der Iqama. Der Adhan kündigt die Gebetszeit an, die Iqama ruft unmittelbar vor Beginn zum Aufstellen in Reihen.
Häufige Fragen
Wer darf den Adhan rufen? Der Muezzin, meist ein Gemeindemitglied mit tragfähiger Stimme. Ein Amt mit Ausbildung ist es nicht.
Ist der Adhan in Deutschland erlaubt? Im Inneren ohne Weiteres. Nach außen hängt es von der Kommune ab, mehrere Städte haben ihn unter Auflagen zugelassen.
Was sagt man, wenn man ihn hört? Verbreitet ist, die Sätze leise mitzusprechen und danach ein Bittgebet zu sprechen.
Quellen
- Die Entstehung des Adhan und Bilal als erster Rufer sind bei Buchari und Muslim überliefert.
- Zur Rechtslage in Deutschland: Der Gebetsruf nach außen fällt unter die Religionsfreiheit nach Artikel 4 Grundgesetz und wird von den Kommunen im Einzelfall geregelt.
Die religionsrechtlichen Aussagen sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.
Verwandte Begriffe: Salah, Gebetszeiten.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Einträge im Glossar entstehen aus Quellenarbeit, religiöse Aussagen werden vor der Veröffentlichung gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen.