JazakAllahu khayran
„Möge Allah dir Gutes vergelten." Mehr als danke — und überliefert begründet.
JazakAllahu khayran heißt: möge Allah dir Gutes vergelten. Es ist die überlieferte Art, sich zu bedanken, und sagt mehr als das deutsche Danke — der Dankende bittet um etwas für den anderen, statt selbst etwas zu erwidern.
Woher das Wort kommt
Dschaza heißt vergelten, chayr heißt das Gute. Die Form richtet sich nach dem Gegenüber: dschazakallahu khayran zu einem Mann, dschazakillahu khayran zu einer Frau, dschazakumullahu khayran zu mehreren.
Im Alltag
Überliefert ist die Begründung: Wem Gutes getan wird und der dann sagt, möge Allah dir Gutes vergelten, der hat das Äußerste an Dank geleistet, das ihm möglich ist. Der Gedanke dahinter ist praktisch: Wer geholfen hat, bekommt oft nichts Gleichwertiges zurück — die Bitte an Allah schließt diese Lücke.
Als Antwort ist wa iyyakum verbreitet, und euch ebenso. Ebenso üblich ist wa antum fa-dschazakumullahu khayran.
Wichtig für das Verständnis: Menschen zu danken bleibt geboten. Überliefert ist, dass Allah nicht dankt, wer den Menschen nicht dankt. Der arabische Ausdruck ersetzt das nicht, sondern ist eine Form davon; ein schlichtes Danke tut es auch. Siehe Shukr.
Nicht zu verwechseln mit
Schukran, dem gewöhnlichen arabischen Danke. Beides ist üblich; jazakAllahu khayran ist die Form mit Bittgebet.
Häufige Fragen
Was antwortet man? Verbreitet ist wa iyyakum — und euch ebenso.
Warum „khayran" am Ende? Ohne das Wort für das Gute wäre die Bitte offen: Vergeltung kann auch anders ausfallen.
Sagt man es auch zu Nichtmuslimen? Es spricht nichts dagegen, ein Bittgebet für jemanden zu sprechen, der einem Gutes getan hat.
Quellen
- „Wem Gutes getan wird und der sagt: Möge Allah dir Gutes vergelten, der hat das Äußerste an Dank geleistet", überliefert von Usama ibn Zayd: Jami at-Tirmidhi 2035, dort als hasan eingestuft.
- „Wer den Menschen nicht dankt, dankt Allah nicht", überliefert von Abu Huraira: Sunan Abi Dawud 4811.
- Zur Vertiefung: Gratitude, Yaqeen Institute.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.
Fachlich geprüft
Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen oder die Richtungen auseinandergehen, steht das im Text.