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Dayn: die Schuld

Schulden sind erlaubt und ernst zugleich. Sie überdauern sogar den Tod.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Dayn bezeichnet die Schuld: eine Verbindlichkeit, die zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erfüllen ist. Schulden aufzunehmen ist erlaubt, wird aber ernst genommen, weil sie nach der Überlieferung sogar den Tod überdauern.

Woher das Wort kommt

Dayn hängt mit derselben Wurzel zusammen wie din, Religion, und dana, richten oder vergelten. Der gemeinsame Kern ist das Verhältnis von Verpflichtung und Rechenschaft.

Im Alltag

Der Quran widmet dem Thema den längsten Vers überhaupt: Sure 2, Vers 282, in dem ausführlich angewiesen wird, eine Schuld auf Zeit schriftlich festzuhalten und Zeugen hinzuzuziehen. Das ist keine Formalität, sondern Streitvermeidung.

Zur Rückzahlung ist Deutliches überliefert. Wer das Geld anderer nimmt und zurückzahlen will, dem hilft Allah dabei; wer es nimmt, um es zu vergeuden, den lässt Er vergehen. Und das Hinauszögern der Zahlung durch jemanden, der zahlen kann, wird als Unrecht bezeichnet.

Zugleich gilt die andere Seite: Der Gläubiger soll dem in Not Geratenen Aufschub gewähren, und ihm zu erlassen ist besser. Der Quran sagt das ausdrücklich.

Nach dem Tod werden Schulden vor jeder Erbverteilung beglichen. Für die Erben heißt das: erst zahlen, dann teilen. Wenn nichts da ist, kann jemand freiwillig einspringen.

Nicht zu verwechseln mit

Dem Qard Hasan. Dieser ist das zinslose Darlehen als Wohltat. Dayn ist der Oberbegriff für jede Verbindlichkeit.

Häufige Fragen

Sind Schulden verboten? Nein. Der Prophet selbst nahm Kredit auf. Untersagt ist der Zins, nicht das Schuldverhältnis.

Was, wenn jemand nicht zahlen kann? Ihm ist Aufschub zu gewähren, bis er es kann. Druck auf einen zahlungsunfähigen Schuldner widerspricht dem Quran.

Muss man Schulden im Testament erwähnen? Es ist dringend zu empfehlen, damit die Erben davon wissen. Sie gehen der Verteilung ohnehin vor.

Quellen

Verwandte Begriffe: Qard Hasan, Rahn, Hawala.

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Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

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Allah einen Teilhaber zur Seite stellen. Die einzige Verfehlung, die ohne Umkehr nicht vergeben wird.
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Die Veranlagung, mit der jeder Mensch geboren wird. Es gibt keine Erbsünde.
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