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Den Kranken besuchen

Warum der Krankenbesuch als Anspruch gilt und wie er aussehen sollte.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Den Kranken zu besuchen ist im Islam kein Gefallen, sondern ein Anspruch, den Menschen aneinander haben. Er steht in einer Reihe mit dem Erwidern des Grußes und dem Begleiten eines Verstorbenen.

Woher das kommt

Die Rechte eines Muslims gegenüber den Muslimen sind fünf: den Gruß zu erwidern, den Kranken zu besuchen, dem Trauerzug zu folgen, einer Einladung zu folgen und dem zu antworten, der niest.

Sahih al-Bukhari 1240

An anderer Stelle steht ein Satz, der die Sache noch weiter zuspitzt: Gott sagt am Tag der Auferstehung, er sei krank gewesen und man habe ihn nicht besucht. Auf die Rückfrage, wie das gehen solle, folgt die Erklärung: Ein bestimmter Mensch war krank, und wer ihn besucht hätte, hätte Gott bei ihm gefunden (Sahih Muslim 2569).

Im Alltag

Über die Form ist wenig festgelegt und das Wenige ist praktisch:

  • Kurz bleiben, wenn der Kranke schwach ist.
  • Nicht über die Krankheit ausfragen und keine Prognosen stellen.
  • Ein Bittgebet sprechen, überliefert ist ein kurzes am Kopfende.
  • Fragen, was gebraucht wird, statt es zu erraten.

Der Besuch gilt unabhängig von der Religion des Kranken. Überliefert ist ausdrücklich, dass der Prophet einen nichtmuslimischen Nachbarsjungen besuchte, der krank war.

Nicht zu verwechseln mit

Einer Pflicht zur Anwesenheit. Wo ein Besuch belastet, genügt ein Anruf, eine Nachricht oder eine Hilfe im Haushalt.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Besuch dauern? Kurz. Die überlieferte Haltung stellt den Kranken in den Mittelpunkt, nicht das Gespräch.

Was, wenn man niemanden kennt, der krank ist? Der Anspruch gilt auch Nachbarn, Kollegen und Gemeindemitgliedern.

Gilt das auch bei psychischer Erkrankung? Die Überlieferung unterscheidet nicht. Der Zuspruch ist dort oft wichtiger als bei einer Grippe.

Quellen

Verwandte Begriffe: Nachbar, Dua, Ihsan.

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Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

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Erleichterungen sind vorgesehen, nicht geduldet.
Darura
Not hebt Verbote auf — aber nur so weit, wie die Not reicht.
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