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Muslimische Grabfelder in Deutschland

Was bei einer muslimischen Beisetzung in Deutschland gilt und wo deutsches Recht und islamische Praxis auseinandergehen.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Muslimische Beisetzungen finden in Deutschland überwiegend auf eigenen Grabfeldern kommunaler Friedhöfe statt. Drei Punkte weichen dabei regelmäßig von der gewohnten Praxis ab: der Sarg, die Wartezeit und die Ruhefrist.

Das Grabfeld

Ein muslimisches Grabfeld ist ein abgegrenzter Bereich eines Friedhofs, in dem die Gräber nach Mekka ausgerichtet sind. Der Verstorbene liegt auf der rechten Seite, das Gesicht zur Qibla. Immer mehr Kommunen legen solche Felder an, meist auf Anfrage der örtlichen Gemeinden.

Die Bestattung ohne Sarg

Islamische Praxis sieht die Bestattung im Tuch vor, nicht im Sarg. Die deutschen Bestattungsgesetze sind Ländersache und haben die Sargpflicht aus religiösen Gründen inzwischen fast überall gelockert. Hamburg ging 1998 voran, Rheinland-Pfalz folgte zuletzt zum Oktober 2025. Wer plant, fragt am besten bei der Friedhofsverwaltung nach, weil auch die Friedhofssatzung vor Ort etwas dazu sagen kann.

Die Wartefrist

Islamische Praxis ist die zügige Beisetzung, möglichst am Tag des Todes. Deutsches Recht sieht in der Regel eine Frist von 48 Stunden vor, bevor bestattet werden darf, und einzelne Länder ermöglichen kürzere Zeiten. Das ist der Punkt, an dem in der Praxis am häufigsten Absprachen nötig sind.

Die Ruhefrist

Auf deutschen Friedhöfen wird ein Nutzungsrecht auf Zeit vergeben, üblicherweise zwanzig bis dreißig Jahre, danach kann das Grab neu belegt werden. Islamische Vorstellung ist die dauerhafte Ruhe. Manche Gemeinden begegnen dem, indem sie das Nutzungsrecht verlängern lassen; das ist eine Frage der Friedhofssatzung und der Kosten.

Häufige Fragen

Was kostet eine Überführung ins Herkunftsland? Sie ist der größte Kostenblock und einer der Gründe, warum viele Familien inzwischen in Deutschland bestatten. Verbindliche Zahlen nennt der Bestatter, sie hängen stark vom Zielland ab.

Wer wäscht den Verstorbenen? Angehörige oder eine dafür eingerichtete Waschstelle der Gemeinde. Mehr dazu unter Totenwaschung.

Braucht es einen Imam? Für das Totengebet genügt jeder, der es leiten kann. Ein Amt ist nicht nötig.

Können Nichtmuslime auf dem Grabfeld beigesetzt werden? Das regelt die jeweilige Friedhofssatzung, oft in Absprache mit der Gemeinde, die das Feld angeregt hat.

Quellen

Verwandte Begriffe: Janaza, Totenwaschung, Kafan.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Weitere Begriffe

Ganzes Glossar →
Urf
Die örtliche Gewohnheit. Sie entscheidet mehr, als man denkt.
Maslaha
Der Nutzen, den das Recht schützen soll. Mit fünf festen Zielen.
Rukhsa und Azima
Erleichterungen sind vorgesehen, nicht geduldet.

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