Einen Baum pflanzen im Islam
Warum ein gepflanzter Baum als fortlaufende Spende gilt.
Wer einen Baum pflanzt, von dem später jemand isst, dem wird das als Sadaqah angerechnet. Das gilt auch dann, wenn ein Vogel oder ein Tier davon frisst und niemand es sieht.
Woher das kommt
Die Grundlage ist ein kurzer, oft zitierter Satz:
Kein Muslim pflanzt einen Baum oder sät eine Saat, und ein Vogel, ein Mensch oder ein Tier isst davon, ohne dass es ihm als Almosen angerechnet wird.
Sahih al-Bukhari 2320
Bemerkenswert ist, wer alles genannt wird. Nicht nur der Mensch zählt, sondern auch der Vogel und das Tier, und es kommt nicht darauf an, dass jemand davon erfährt.
Im Alltag
Daraus ist ein eigener Gedankengang geworden: Was einmal getan wird und danach von selbst weiterwirkt, gilt als Sadaqah Jariyah, als fortlaufende Gabe. Der Baum ist dafür das älteste Bild, ein Brunnen und eine Schule sind die anderen.
Praktisch gehören dazu Aufforstungsprojekte, Bäume auf dem Moscheegrundstück, Streuobstwiesen und Baumpatenschaften. Wer keinen Platz hat, unterstützt eine Pflanzung anderswo.
Überliefert ist außerdem eine Aufforderung, die auf jeden Zeitpunkt zielt: Wenn die Stunde kommt und jemand einen Setzling in der Hand hält, soll er ihn noch pflanzen.
Nicht zu verwechseln mit
Einer bloßen Umweltmaßnahme. Der Ertrag für andere ist das, was den Baum zur Sadaqah macht, nicht das Pflanzen an sich.
Häufige Fragen
Zählt es auch, wenn ich den Baum verkaufe? Der überlieferte Wortlaut spricht vom Essen, nicht vom Besitz. Was andere davon haben, zählt.
Gilt das auch für Zierpflanzen? Der Satz nennt ausdrücklich das Essen. Für Schatten und Luft wird derselbe Gedanke oft übertragen.
Muss ich ihn selbst pflanzen? Nein. Wer eine Pflanzung ermöglicht, hat Anteil daran.
Quellen
- Der gepflanzte Baum als Almosen, überliefert von Anas ibn Malik: Sahih al-Bukhari 2320.
Verwandte Begriffe: Sadaqah Jariyah, Waqf, Israf.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.