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Sadaqah: Bedeutung, Formen und wie viel man gibt

Sadaqah ist die freiwillige Gabe im Islam. Woher das Wort kommt, warum es mehr meint als Geld und wo die Grenze zur Zakat verläuft.

Kareem C.
3 Min. Lesezeit

Sadaqah ist die freiwillige Gabe im Islam. Sie ist an keinen Betrag gebunden, an keinen Zeitpunkt und an keine Form. Anders als die Zakat, die eine Pflicht mit festen Regeln ist, gibt jeder Sadaqah, wann und wie viel er will.

Ein Mann wirft einen Geldschein in eine hölzerne Sadaqah-Box in einer Moschee, im Hintergrund sitzen Betende
Die Sadaqah-Box in der Moschee ist für viele der erste Berührungspunkt mit dem Begriff.

Woher das Wort kommt

Sadaqah geht auf die arabische Wurzel s-d-q zurück, dieselbe wie in sidq, der Wahrhaftigkeit, und sadiq, dem Wahrhaftigen. Eine Sadaqah ist deshalb kein Almosen und keine milde Gabe. Sie ist ein Beweis dafür, dass jemand meint, was er glaubt. Der Prophet, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, sagte: „Die Sadaqah ist ein Beweis", arabisch as-sadaqatu burhan (Sahih Muslim, Buch der Reinheit).

Im Alltag

Im Deutschen wird Sadaqah meist mit Spende übersetzt. Das trifft es nicht ganz, denn eine Spende ist ein Geldvorgang, eine Sadaqah eine Aussage über den Gebenden. Deshalb ist sie auch nicht auf Geld beschränkt: Ein freundliches Wort, das Wegräumen eines Hindernisses von der Straße oder ein Lächeln werden in der Überlieferung ausdrücklich als Sadaqah bezeichnet. Wer nichts zu geben hat, ist damit nicht ausgeschlossen.

In deutschen Moscheegemeinden begegnet der Begriff meist als Box am Ausgang, als Aufruf nach dem Freitagsgebet oder als Sammlung für einen Trauerfall in der Gemeinde.

Nicht zu verwechseln mit

Der Zakat. Die Zakat ist Pflicht, sie beträgt 2,5 Prozent des Vermögens über einer Schwelle und geht an festgelegte Empfängergruppen. Sadaqah ist freiwillig, ohne Betrag und ohne festen Empfängerkreis. Wer Sadaqah gibt, hat damit seine Zakat nicht erledigt.

Häufige Fragen

Wie viel Sadaqah soll man geben? Es gibt keinen vorgeschriebenen Betrag. Maßgeblich ist, dass es einen etwas kostet. Im Quran heißt es: „Ihr werdet die Güte nicht erreichen, bis ihr von dem spendet, was ihr liebt" (Sure 3, Vers 92).

Kann man Sadaqah im Namen eines Verstorbenen geben? Ja, das ist nach den großen Rechtsschulen möglich und verbreitet. Besonders geeignet sind Gaben mit anhaltender Wirkung, siehe Sadaqah Jariyah.

Zählt eine Spende an eine nichtmuslimische Organisation als Sadaqah? Für die freiwillige Sadaqah gibt es keine Einschränkung auf muslimische Empfänger. Bei der Zakat sieht das anders aus, dort stehen die Empfängergruppen im Quran fest.

Verwandte Begriffe: Sadaqah Jariyah, Zakat, Waqf.

Quellen

Die religionsrechtlichen Aussagen sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.

Wer das schreibt

commonsplace ist die deutsch-muslimische Crowdfunding-Plattform. Sadaqah ist bei uns kein Fachwort, sondern der Alltag: Jede Sammlung für eine Moschee, einen Brunnen oder eine Bestattung beginnt damit, dass jemand freiwillig gibt.

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Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Einträge im Glossar entstehen aus Quellenarbeit, religiöse Aussagen werden vor der Veröffentlichung gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen.

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