Istiqama: die Standhaftigkeit
Auf dem Weg bleiben. Beständig schlägt intensiv.
Istiqama bezeichnet die Standhaftigkeit: auf dem geraden Weg zu bleiben, ohne abzuweichen. Auf die Bitte um ein Wort, nach dem er niemanden mehr fragen müsse, antwortete der Prophet: Sag, ich glaube an Allah, und dann sei standhaft.
Woher das Wort kommt
Istiqama kommt von qama, stehen, in der Form „gerade sein". Dieselbe Wurzel steckt in mustaqim, gerade, wie im täglich gesprochenen ihdina s-sirata l-mustaqim, führe uns den geraden Weg.
Im Alltag
Der Quran verbindet Istiqama mit einer Zusage: Diejenigen, die sagen, unser Herr ist Allah, und dann standhaft bleiben, auf sie kommen die Engel herab mit der Botschaft, sie sollten nicht fürchten und nicht traurig sein.
Praktisch übersetzt wird das durch eine bekannte Überlieferung: Die Allah liebsten Taten sind die beständigen, auch wenn sie gering sind. Aischa berichtete, dass die Handlungen des Propheten dauerhaft waren. Daraus folgt eine unromantische, aber tragfähige Regel: Zehn Minuten Quran jeden Tag schlagen eine Stunde alle drei Wochen.
Ebenso überliefert ist die Warnung vor Übertreibung. Als drei Männer sich vornahmen, dauerhaft die Nächte durchzubeten, immer zu fasten und auf die Ehe zu verzichten, wies der Prophet das zurück und stellte klar, dass er selbst bete und schlafe, faste und breche, und verheiratet sei.
Und für den Rückschlag gibt es die Erleichterung: Handelt maßvoll und beständig, und wisst, dass niemand allein durch seine Taten eintritt. Wer eine Gewohnheit abbrechen musste, fängt wieder an, statt sich für gescheitert zu halten.
Nicht zu verwechseln mit
Starrheit. Istiqama betrifft die Richtung, nicht die Unbeweglichkeit in der Form.
Häufige Fragen
Was, wenn man immer wieder scheitert? Dann gilt Tawba und ein neuer Anlauf. Eine Obergrenze kennt die Überlieferung nicht.
Wie fängt man an? Mit etwas Kleinem, das man täglich halten kann, statt mit einem Vorsatz, der zwei Wochen hält.
Ist Übertreibung schlecht? Sie wird ausdrücklich zurückgewiesen, weil sie in den Abbruch führt.
Quellen
- „Sag: Ich glaube an Allah, und dann sei standhaft", überliefert von Sufyan ibn Abdullah: Sahih Muslim 38.
- Die Zusage an die Standhaften: Quran, Sure 41, Vers 30.
- Zur Vertiefung: Faith, Yaqeen Institute.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.
Fachlich geprüft
Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.