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Lawh al-Mahfuz: die wohlverwahrte Tafel

Das Buch, in dem alles verzeichnet ist. Es hebt die Verantwortung nicht auf.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Lawh al-Mahfuz heißt die wohlverwahrte Tafel: das Buch, in dem nach islamischer Lehre alles verzeichnet ist, was war und sein wird. Der Quran nennt sie am Ende von Sure 85 und beschreibt den Quran selbst als in ihr befindlich.

Woher der Name kommt

Lawh ist die Tafel oder das Brett, mahfuz das Bewahrte. Dieselbe Wurzel steckt in hafiz, dem, der den Quran auswendig bewahrt.

Im Alltag

Der Quran macht dazu zwei Aussagen, die zusammengehören. Erstens: Nichts fällt heraus. Kein Blatt fällt, ohne dass Er es weiß, und es gibt nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einem deutlichen Buch stünde. Zweitens: Der Quran selbst ist dort bewahrt, was als Aussage über seine Unversehrtheit gelesen wird.

Die Tafel gehört zum Bereich der Vorherbestimmung und wirft dieselbe Frage auf: Wenn alles geschrieben steht, wozu dann noch handeln? Die klassische Antwort ist knapp: Niemand kann in dieses Buch hineinsehen. Was darin steht, erfährt man erst, indem man handelt. Als der Prophet gefragt wurde, ob man sich dann nicht einfach darauf verlassen könne, antwortete er, man solle handeln, denn jedem werde erleichtert, wofür er geschaffen wurde.

Praktisch heißt das dasselbe wie beim Qadar: Die Tafel ist kein Grund zum Aufgeben, sondern ein Grund zur Ruhe, nachdem man getan hat, was man konnte.

Nicht zu verwechseln mit

Dem Buch der Taten, das jeder Einzelne am Jüngsten Tag erhält. Die Tafel ist die umfassende Aufzeichnung, das Buch der Taten die persönliche.

Häufige Fragen

Kann sich etwas darin ändern? Ein Vers spricht davon, dass Allah tilgt und bestätigt, was Er will, und bei Ihm die Urschrift ist. Die Auslegungen unterscheiden zwischen dieser Urschrift und den Aufzeichnungen der Engel.

Kann jemand darin lesen? Nein, sie gehört zum Verborgenen.

Ändert Bittgebet etwas? Überliefert ist, dass nur das Bittgebet die Bestimmung abwendet. Wie das zusammengeht, gehört zu dem, was dem Menschen nicht vollständig aufgeschlossen ist.

Quellen

  • Die wohlverwahrte Tafel: Quran, Sure 85, Verse 21 und 22.
  • Nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einem deutlichen Buch stünde: Quran, Sure 6, Vers 59; dazu Sure 13, Vers 39.
  • „Handelt, denn jedem wird erleichtert, wofür er geschaffen wurde", überliefert von Ali: Sahih al-Bukhari 4949.
  • Zur Vertiefung: Divine Decree, Yaqeen Institute.

Verwandte Begriffe: Qadar, Ghaib, Yaum al-Qiyama.

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Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Fachlich geprüft

Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.

Weitere Begriffe

Ganzes Glossar →
Dayn
Schulden sind erlaubt und ernst zugleich. Sie überdauern sogar den Tod.
Rahn
Eine Sache als Sicherheit für eine Schuld. Der Gläubiger verwahrt sie, sie gehört ihm aber nicht.
Hawala
Die Übertragung einer Schuld auf einen Dritten. Daraus wurde ein weltweites Überweisungssystem.

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