Der Gebetsteppich
Wozu der Teppich dient, warum er nicht vorgeschrieben ist und was das Muster zeigt.
Ein Gebetsteppich hält die Stelle sauber, auf der jemand betet, und markiert sie. Vorgeschrieben ist er nicht. Überliefert ist, dass der Prophet auf einer kleinen Matte aus Palmblättern betete.
Woher er kommt
Die Überlieferung nennt eine Chumra, eine kleine geflochtene Matte, gerade groß genug für Gesicht und Hände bei der Niederwerfung. Der große geknüpfte Teppich, wie man ihn heute kennt, kam viel später auf.
Der Gesandte Allahs pflegte auf einer Chumra zu beten.
Sahih al-Bukhari 381
Im Alltag
Der Zweck ist praktisch: Der Boden muss für das Gebet sauber sein, und der Teppich stellt das sicher, auch im Park, im Büro oder am Flughafen. In Moscheen übernimmt das der große Teppich mit den eingewebten Bahnen, die zugleich die Reihen ordnen.
Fast jeder Gebetsteppich zeigt einen Spitzbogen. Er stellt die Gebetsnische dar und wird auf die Gebetsrichtung ausgerichtet. Häufig sind daneben Ornamente, Lampen, Bäume oder Ansichten von Mekka und Medina. Lebewesen sind nicht abgebildet.
Nicht zu verwechseln mit
Einem Gegenstand mit eigener Bedeutung. Der Teppich ist Werkzeug, kein Heiligtum. Man kann ohne ihn ebenso gültig beten, etwa auf sauberem Boden, auf Gras oder auf einem Handtuch.
Häufige Fragen
Braucht man ihn zwingend? Nein. Sauberkeit der Stelle genügt.
Darf man ihn waschen? Ja, und viele tun es regelmäßig.
Wohin mit ihm, wenn er kaputt ist? Es gibt dafür keine Vorschrift. Üblich ist, ihn nicht einfach in den Hausmüll zu geben, sondern weiterzuverwenden oder zu vergeben.
Quellen
- Das Gebet auf einer Chumra, überliefert von Maimuna: Sahih al-Bukhari 381.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.