Schahada: das Glaubensbekenntnis
Zwei Sätze, mit denen jemand Muslim wird. Es braucht dafür keinen Amtsträger.
Die Schahada ist das Glaubensbekenntnis und die erste der fünf Säulen: das Zeugnis, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad Sein Gesandter ist. Wer sie überzeugt ausspricht, ist Muslim.
Woher das Wort kommt
Schahada kommt von schahida, bezeugen. Es geht also nicht um eine Mitgliedschaftserklärung, sondern um ein Zeugnis: Der Sprechende bestätigt etwas, das er für wahr hält.
Im Alltag
Der Wortlaut lautet: Aschhadu an la ilaha illallah, wa aschhadu anna Muhammadan rasulullah. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.
Für den Eintritt in den Islam braucht es keinen Amtsträger, keine Zeremonie und keine Anmeldung. Üblich ist trotzdem, sie in Anwesenheit von Zeugen zu sprechen, meist in einer Moschee, weil es später praktisch wird: Für eine islamische Bestattung oder eine Eheschließung fragen Gemeinden manchmal danach. Viele Moscheen stellen dafür eine Bescheinigung aus.
Was danach kommt, ist der eigentliche Weg. Empfohlen wird ein Ghusl, dann das Erlernen des Gebets. Alles Weitere in Ruhe.
Für Konvertiten in Deutschland ist der schwierigste Teil selten das Bekenntnis, sondern das, was danach kommt: die Frage, wie man es der Familie sagt, und dass man in keine gewachsene Gemeinschaft hineingeboren ist. Genau hier zeigt sich, ob eine Gemeinde jemanden auffängt.
Nicht zu verwechseln mit
Dem Tashahhud im Gebet. Dort wird dasselbe Zeugnis gesprochen, aber als Teil des Gebets, nicht als Eintritt.
Häufige Fragen
Muss man Arabisch können? Nein. Der Wortlaut wird arabisch gesprochen, verstehen muss man ihn in der eigenen Sprache.
Braucht man Zeugen? Für die Gültigkeit nicht. Für spätere Nachweise ist es praktisch.
Muss man den Namen ändern? Nein. Überliefert ist, dass Namen nur geändert wurden, wenn sie eine problematische Bedeutung trugen.
Quellen
- Die fünf Säulen mit der Schahada an erster Stelle, überliefert von Ibn Umar: Sahih al-Bukhari 8.
- Das Gespräch über Islam, Iman und Ihsan: Sahih Muslim 8.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.
Fachlich geprüft
Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.