Tawhid: die Einheit Allahs
Der Kern des Glaubens: Allah ist einer, ohne Teilhaber und ohne Gleichen.
Tawhid bezeichnet die Einheit und Einzigkeit Allahs: dass Er einer ist, keinen Teilhaber hat, nicht gezeugt wurde und nichts Ihm gleicht. Er ist der Kern des islamischen Glaubens, und alles Weitere ordnet sich darum.
Woher das Wort kommt
Tawhid kommt von wahhada, zu einem machen oder als eins erklären. Dieselbe Wurzel steckt in ahad und wahid, beide bedeuten eins, und beide stehen im Quran für Allah.
Im Alltag
Die knappste Fassung steht in Sure 112: Er ist Allah, ein Einziger, der Absolute, Er zeugte nicht und wurde nicht gezeugt, und niemand ist Ihm gleich. Vier Verse, die überliefert als ein Drittel des Quran gewichtet werden.
Verbreitet ist eine Einteilung in drei Bereiche: die Einheit in der Herrschaft, also dass Er allein erschafft und lenkt; die Einheit im Dienst, also dass nur Ihm gedient wird; und die Einheit in den Namen und Eigenschaften, also dass Ihm zukommt, was Er sich selbst zuschreibt, ohne Vergleich mit Geschaffenem. Diese Dreiteilung ist ein Lehrmittel und in dieser Form nicht bei allen Schulen gebräuchlich.
Für den Alltag folgt daraus mehr, als man zunächst denkt. Wer den Tawhid ernst nimmt, hängt seine Hoffnung und seine Furcht an keinen Menschen, keinen Arbeitgeber und keinen Talisman. Er sucht Hilfe bei Ursachen, aber er verwechselt die Ursache nicht mit dem Verursacher.
Nicht zu verwechseln mit
Dem bloßen Bekenntnis zu einem Gott. Der Tawhid schließt aus, dass irgendetwas Geschaffenem eine Eigenschaft Allahs zugeschrieben wird. Genau dagegen steht der Schirk.
Häufige Fragen
Ist der Gott des Islam derselbe wie der von Juden und Christen? Der Quran spricht ausdrücklich vom Gott Ibrahims, Musas und Isas. Über das Verständnis Seines Wesens bestehen Unterschiede, insbesondere zur Dreieinigkeit.
Warum ist Schirk so schwerwiegend? Weil er den Kern berührt. Der Quran nennt ihn die einzige Verfehlung, die ohne Umkehr nicht vergeben wird.
Darf man um Fürsprache bitten? Einen Lebenden zu bitten, für einen zu beten, ist unbestritten. Alles Weitere ist unter Gelehrten umstritten; mehr dazu unter Shafa’a.
Quellen
- Die Kernaussage: Quran, Sure 112, und der Thronvers, Sure 2, Vers 255.
- „Nichts ist Ihm gleich": Quran, Sure 42, Vers 11.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.
Fachlich geprüft
Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.