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Muhammad Asad

Geboren als Leopold Weiss in Lemberg. Journalist, Diplomat, Quranübersetzer.

Kareem C.
3 Min. Lesezeit

Muhammad Asad, geboren 1900 als Leopold Weiss in Lemberg und gestorben 1992 in Südspanien, war Journalist, Reisender, Diplomat und Quranübersetzer. Seine Lebensbeschreibung und seine Quranübersetzung gehören zu den meistgelesenen Werken eines europäischen Muslims.

Der Weg

Er wuchs in einer jüdischen Familie in Lemberg und Wien auf, dem Sohn eines Rechtsanwalts. Nach einem Studium in Wien ging er 1922 nach Berlin und kam über ein Interview zum Journalismus. Bald darauf berichtete er als Nahostkorrespondent für die Frankfurter Zeitung; zwischen 1927 und 1929 erschienen weitere Reiseberichte unter anderem in der Neuen Zürcher Zeitung.

1926 nahm er in Berlin den Islam an, in der Gemeinde, aus der die Moschee in Wilmersdorf hervorging. Den Namen Asad — arabisch für Löwe — wählte er in Anspielung auf seinen Geburtsnamen Leopold.

Es folgten Jahre auf der arabischen Halbinsel mit persönlichem Zugang zu König Ibn Saud, 1932 der Weg nach Britisch-Indien und dort die Freundschaft mit dem Dichter und Denker Muhammad Iqbal. Den Zweiten Weltkrieg verbrachte er in britischer Internierung. Nach der Gründung Pakistans arbeitete er an dessen Aufbau mit, erhielt den ersten pakistanischen Pass und wechselte 1949 in den diplomatischen Dienst, zuletzt als Vertreter seines Landes bei den Vereinten Nationen in New York. 1952 trat er zurück und lebte danach in der Schweiz, in Marokko, Portugal und ab 1987 in Südspanien.

Die Werke

  • Islam am Scheideweg, 1934 — eine frühe Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich muslimische Gesellschaften zur europäischen Moderne stellen sollen.
  • Der Weg nach Mekka, 1954 — seine Lebensbeschreibung bis 1932, auf Deutsch 1992 erschienen. Das Buch ist bis heute das, wofür er den meisten Lesern bekannt ist.
  • Die Botschaft des Koran, englisch 1980, deutsch 2009 — eine Übersetzung mit ausführlichem Kommentar, die den Text stärker aus dem Arabischen selbst erklärt als über spätere Auslegungen.

Warum er zählt

Asad war zeitlebens ein Grenzgänger. Er kannte Europa von innen und die arabische Welt von innen und schrieb für beide. Sein Zugang zum Quran ist erkennbar nüchtern und sprachbezogen — er argumentiert aus der Wurzel eines Wortes und aus dem Zusammenhang, siehe Asbab an-Nuzul.

Im deutschsprachigen Raum ist er auch im Stadtbild geblieben: 2008 wurde der Platz vor der UNO-City in Wien nach ihm benannt, 2013 in Berlin eine Gedenktafel angebracht.

Häufige Fragen

Wie hieß er ursprünglich? Leopold Weiss.

Was soll man zuerst lesen? Meist wird Der Weg nach Mekka empfohlen; die Quranübersetzung ist ein Nachschlagewerk.

War er Gelehrter? Er hatte keine klassische Ausbildung in dem Sinn, sondern kam über Sprache, Reisen und Studium; siehe Ulama.

Quellen

  • Lebensdaten, Werdegang und Werke: Muhammad Asad, deutschsprachige Wikipedia.
  • Der Weg nach Mekka, deutsche Ausgabe 1992; Die Botschaft des Koran, Patmos 2009.

Verwandte Begriffe: Der Quran, Tafsir, Konvertit.

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Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

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Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen oder die Richtungen auseinandergehen, steht das im Text.

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