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Riya: die Zurschaustellung

Gutes tun, damit es gesehen wird. Der Prophet nannte es die stillere Gefahr.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Riya bezeichnet das Handeln, um von Menschen gesehen zu werden: eine gute Tat, deren Ziel nicht Allah ist, sondern das Ansehen. Überliefert ist die Einordnung als kleiner Schirk.

Woher das Wort kommt

Riya kommt von ra’a, sehen. Wörtlich also: das Sehen-Lassen. Verwandt ist sum’a, das Hören-Lassen, wenn jemand von seinen guten Taten erzählt, damit man davon hört.

Im Alltag

Überliefert ist ein knapper Satz mit einer bemerkenswerten Symmetrie: Wer seine Taten bekannt macht, damit man ihn sehe, den wird Allah bloßstellen. Der Ausdruck spielt mit demselben Wortstamm zurück.

Die Gelehrten unterscheiden mehrere Stufen. Am schwersten wiegt, wenn eine Handlung von Anfang an nur für die Menschen geschieht. Deutlich anders liegt der Fall, wenn eine aufrichtig begonnene Tat unterwegs von einem Gedanken an das eigene Ansehen begleitet wird und man diesen Gedanken zurückweist. Das gilt nicht als riya, sondern als der Kampf dagegen.

In der Gegenwart hat das Thema eine neue Oberfläche bekommen. Eine Spende zu teilen, ein Bild vom Freiwilligeneinsatz zu posten, eine Urkunde zu zeigen: Der Quran verbietet öffentliches Geben nicht, er nennt es ausdrücklich neben dem verborgenen. Die Frage ist nicht, ob etwas sichtbar ist, sondern wofür es sichtbar gemacht wird. Wer damit andere zum Mitmachen bewegt, tut etwas anderes als wer damit gesehen werden will, und den Unterschied kennt nur er selbst.

Nicht zu verwechseln mit

Dem Nifaq. Dieser betrifft das Bekenntnis selbst, riya die Ausrichtung einer einzelnen Handlung.

Häufige Fragen

Soll man deshalb nichts mehr öffentlich tun? Nein. Das Gebet in der Gemeinde und das öffentliche Spenden sind ausdrücklich empfohlen. Der Rückzug wäre die falsche Antwort.

Was hilft dagegen? Genannt werden das Bittgebet um Schutz davor, das Wissen, dass Menschen weder nützen noch schaden können, und die Gewohnheit, manches unbemerkt zu tun.

Muss man eine Tat wiederholen? Nein. Die Gelehrten raten zur Umkehr und zum Weitermachen, nicht zum Nachholen.

Quellen

Verwandte Begriffe: Ikhlas, Nifaq, Schirk.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Fachlich geprüft

Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.

Weitere Begriffe

Ganzes Glossar →
Riba al-Fadl und Riba an-Nasia
Der Aufschlag beim Tausch gleicher Güter und der Zuwachs durch Zeit. Zwei verschiedene Verbote.
Die acht Empfängergruppen der Zakat
Acht Gruppen nennt der Quran. Wer nicht dazugehört, darf keine Zakat empfangen.
Bayt al-Mal
Die Staatskasse des frühen islamischen Gemeinwesens. Sie zahlte Renten, bevor es das Wort dafür gab.

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