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Dawah: die Einladung

Einladung, nicht Überredung. Und mit klarer Grenze.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Dawah heißt wörtlich Ruf oder Einladung. Gemeint ist, andere zum Islam einzuladen — und ebenso, Muslime an das zu erinnern, was sie schon wissen.

Woher das Wort kommt

Dawah kommt von daa, rufen — dieselbe Wurzel wie Dua, das Bittgebet. Beides ist ein Rufen, einmal zu Allah hin, einmal zu den Menschen.

Im Alltag

Der Quran gibt die Art vor: Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und guter Ermahnung, und streite mit ihnen auf die beste Weise. Drei Vorgaben in einem Satz — Weisheit, gute Art, bester Umgang im Streit.

Die Grenze ist ebenso deutlich: Es gibt keinen Zwang im Din. Und an den Propheten gerichtet: Du leitest nicht recht, wen du gern hättest, sondern Allah leitet recht, wen Er will. Wer einlädt, ist für die Einladung zuständig, nicht für das Ergebnis.

Überliefert ist außerdem eine niedrige Schwelle: Übermittelt von mir, und sei es ein einziger Vers. Es braucht also keine Gelehrsamkeit, um weiterzugeben, was man sicher weiß — wohl aber die Ehrlichkeit, bei Fragen darüber hinaus an jemanden zu verweisen, der es beantworten kann.

Für Deutschland ist eine Abgrenzung wichtig. Dawah heißt nicht, Menschen auf der Straße zu bedrängen oder mit Schreckensbildern zu arbeiten. Was nach übereinstimmender Erfahrung wirkt, ist unspektakulär: verlässlich sein, Fragen ruhig beantworten, einladen statt überreden. Der häufigste Grund, warum Menschen sich dem Islam zuwenden, ist ein Mensch, den sie kennen.

Nicht zu verwechseln mit

Der Mission im Sinn organisierter Bekehrung. Der Quran macht das Ergebnis ausdrücklich nicht zur Aufgabe des Menschen.

Häufige Fragen

Muss jeder Dawah machen? Zum Guten aufzurufen gilt als Gemeinschaftspflicht; siehe Fard kifaya.

Was, wenn man eine Frage nicht beantworten kann? Dann sagt man das und verweist weiter. „Ich weiß es nicht" gilt als Teil des Wissens.

Darf man dafür werben? In Deutschland ja, im Rahmen der Religionsfreiheit — mit denselben Grenzen wie für alle: keine Herabwürdigung anderer.

Quellen

  • „Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und guter Ermahnung": Quran, Sure 16, Vers 125.
  • „Kein Zwang im Din": Quran, Sure 2, Vers 256; „Du leitest nicht recht, wen du gern hättest": Sure 28, Vers 56.
  • „Übermittelt von mir, und sei es ein einziger Vers", überliefert von Abdullah ibn Amr: Sahih al-Bukhari 3461.
  • Zur Vertiefung: Dawah in Islam, Yaqeen Institute.

Verwandte Begriffe: Konvertit, Hikma, Adab.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Fachlich geprüft

Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen oder die Richtungen auseinandergehen, steht das im Text.

Weitere Begriffe

Ganzes Glossar →
Haya
Die Zurückhaltung, die vom Hässlichen abhält. Überliefert als Teil des Glaubens.
Adab
Das angemessene Verhalten. Klassisch kam es im Unterricht vor dem Wissen.
Zuhd
Das Herz nicht an den Besitz hängen. Armut verlangt das nicht.

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