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Ihsan: das Gute vollkommen tun

Allah dienen, als sähe man Ihn. Und alles andere ebenso gut machen.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Ihsan bezeichnet die höchste der drei Stufen aus dem bekannten Gespräch über die Religion: Allah zu dienen, als sähe man Ihn, und wenn man Ihn nicht sieht, so sieht Er einen doch. Über den Gottesdienst hinaus meint der Begriff, alles gut und vollständig zu tun.

Woher das Wort kommt

Ihsan kommt von hasuna, gut oder schön sein. Dieselbe Wurzel steckt in hasanat, den guten Taten, und in husn, der Schönheit. Ein muhsin ist jemand, der es gut macht.

Im Alltag

Das Wort hat zwei Seiten, die im Deutschen auseinanderfallen. Die eine ist die innere: beten, als stünde man vor Ihm. Die andere ist die handwerkliche: die Sache ordentlich machen. Überliefert ist, dass Allah das Gutmachen in allem vorgeschrieben hat, und der Prophet führte es an einem unerwarteten Beispiel aus, nämlich am Schlachten: Wer schlachtet, soll es gut tun und sein Messer schärfen, damit das Tier nicht leidet.

Genau daran hängt die Reichweite des Begriffs. Ihsan betrifft die Arbeit, die man abliefert, die Sorgfalt bei einem Vertrag, den Umgang mit Tieren und mit Nachbarn. Der Quran verbindet ihn ausdrücklich mit Gerechtigkeit: Allah gebietet Gerechtigkeit und Ihsan.

Der Unterschied zwischen beiden ist der Punkt. Gerechtigkeit heißt, jedem das Seine zu geben. Ihsan heißt, darüber hinauszugehen. Wer eine Schuld pünktlich zurückzahlt, ist gerecht; wer etwas dazugibt oder sich bedankt, handelt mit Ihsan.

Nicht zu verwechseln mit

Perfektionismus. Ihsan ist ein Maßstab für die eigene Sorgfalt, kein Grund, sich für unzulänglich zu halten.

Häufige Fragen

Wie verhält sich Ihsan zu Islam und Iman? Islam ist die äußere Hingabe, Iman die innere Überzeugung, Ihsan die Vollendung beider.

Gilt das auch für weltliche Arbeit? Ja, gerade dort. Die überlieferte Formulierung ist umfassend: in allem.

Wie übt man es? Indem man eine Sache zu Ende bringt, statt sie halb zu lassen, und indem man im Gebet auf das achtet, was man gerade sagt.

Quellen

  • „Ihsan ist, Allah zu dienen, als sähest du Ihn", im Gespräch über Islam, Iman und Ihsan: Sahih Muslim 8.
  • „Allah hat das Gutmachen in allen Dingen vorgeschrieben", überliefert von Schaddad ibn Aus: Sahih Muslim 1955.
  • „Allah gebietet Gerechtigkeit und Ihsan": Quran, Sure 16, Vers 90.
  • Zur Vertiefung: Islamic Ethics, Yaqeen Institute.

Verwandte Begriffe: Taqwa, Iman, Amanah.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Fachlich geprüft

Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.

Weitere Begriffe

Ganzes Glossar →
Ijara
Der Vertrag über die Nutzung einer Sache oder über eine Dienstleistung. Der Eigentümer bleibt Eigentümer.
Mudaraba und Musharaka
Zwei Beteiligungsformen: einer gibt Kapital, der andere Arbeit, oder beide geben beides.
Sukuk
Anteilscheine an einem Vermögenswert statt Schuldverschreibungen. Der Ertrag kommt aus dem Objekt.

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