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Khalifa: Statthalter und Nachfolger

Statthalter — im Quran für den Menschen überhaupt, historisch für ein Amt.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

Khalifa heißt Statthalter oder Nachfolger. Das Wort hat zwei Verwendungen, die auseinandergehalten werden müssen: die des Quran, wo es den Menschen als Sachwalter auf der Erde bezeichnet, und die der Geschichte, wo es ein Amt benennt.

Woher das Wort kommt

Khalifa kommt von chalafa, nachfolgen oder vertreten. Die Mehrzahl ist chulafa, das Amt heißt chilafa. Im Deutschen wurde daraus Kalif und Kalifat.

Im Quran

Die bekannteste Stelle steht am Anfang: Als dein Herr zu den Engeln sagte, Ich bin dabei, auf der Erde einen Statthalter einzusetzen. Gemeint ist dort der Mensch als solcher — nicht ein Herrscher.

Daraus haben Gelehrte eine Verantwortung abgeleitet, die im Deutschen oft mit Verwaltung oder Treuhand übersetzt wird: Der Mensch ist auf der Erde eingesetzt und über sie befragbar. Das berührt den Umgang mit Tieren, mit Boden und Wasser und mit dem, was einem anvertraut ist; siehe Amanah.

In der Geschichte

Nach dem Tod des Propheten bezeichnete der Titel den, der die Gemeinschaft führte. Die ersten vier — Abu Bakr, Umar, Uthman und Ali — heißen die rechtgeleiteten Kalifen. Danach lag das Amt bei den Umayyaden, den Abbasiden und zuletzt bei den Osmanen. Die Türkische Republik schaffte es 1924 ab.

Überliefert ist zur Reihenfolge: Die Kinder Israels wurden von Propheten geführt; wann immer einer starb, folgte ein anderer. Nach mir gibt es keinen Propheten, aber es wird Nachfolger geben, und zwar viele.

Wichtig ist, dass das Amt nie eine geistliche Vollmacht war. Ein Kalif konnte keine Offenbarung empfangen, keine Sünden vergeben und keine verbindliche Auslegung setzen. Rechtsfragen beantworteten die Gelehrten, nicht er.

Häufige Fragen

Gibt es heute einen Kalifen? Nein. Das Amt besteht seit 1924 nicht mehr.

Was heißt „Khalifa" im Vers über Adam? Nach überwiegender Auslegung der Mensch als Sachwalter auf der Erde.

Was war das Kalifat rechtlich? Ein weltliches Führungsamt mit religiöser Verpflichtung, kein Priesteramt.

Quellen

  • „Ich bin dabei, auf der Erde einen Statthalter einzusetzen": Quran, Sure 2, Vers 30; siehe auch Sure 38, Vers 26.
  • „Nach mir gibt es keinen Propheten, aber es wird Nachfolger geben", überliefert von Abu Huraira: Sahih al-Bukhari 3455.
  • Zur Vertiefung: Islamic Civilization, Yaqeen Institute.

Verwandte Begriffe: Sahaba, Amanah, Baya.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Fachlich geprüft

Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance und das Yaqeen Institute abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen oder die Richtungen auseinandergehen, steht das im Text.

Weitere Begriffe

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Alhamdulillah
„Lob sei Allah." Der meistgesagte Satz nach der Basmala.
InschaAllah
„So Allah will." Nicht: „eher nicht."
Imam
Wer im Gebet vorangeht. Kein Priester, kein Amt mit Weihe.

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